695 | Asiatische Kunst
Die 16 Luohans - Lot 1088

Die Steinschnitte der 16 Luohans zählen zu den bedeutendsten Werken buddhistischer Kunst. Sie wurden von Guan Xiu (貫休) (832-912) geschaffen. Die 16 Luohans (羅漢, korrekter 阿羅漢) stellen die 16 legendären Arhats dar. Im Gegensatz zu den Abbildungen von Buddhas, Boddhisattvas oder auch einem Götterpantheon werden diese Luohans als ausgeprägte Individuen gezeigt. Der Luohan ist eben kein "übermenschliches" Wesen, sondern hat auf seinem individuellen Lebensweg zur Erkenntnis der Wirklichkeit gefunden. Er erhebt sich nicht über das Menschsein: er ist ein Weiser in der Welt - doch von dieser unberührt.

Der chinesische Kaiser Qian Long (乾隆) besuchte 1756 das Kloster Sheng Yin (聖因寺) in Hengshou (衡州, heute: Hengyang 衡陽), in dem die originalen Steinschnitte aufgestellt waren. Voll Bewunderung verfasste er für jeden Luohan ein Gedicht und ließ durch den Reichslehrer Zhang Jia (章嘉, das ist lCang sKya Rol Pa'i rDo rJe, der 3. Cangkya-Tulku) die chinesische Schreibweise der Namen und ihre Reihenfolge aktualisieren, wie in seinem Schlusstext beschrieben. Beides wurde den Steinschnitten zugefügt. Diese Arbeiten waren 1764 fertiggestellt, wie aus dem Abschlussbericht des Abts Ming Shui (明水) hervorgeht.

Der hier gezeigte Satz, der vor ca. 100 Jahren in China erworben wurde, ist singulär: Jeder Luohan ist zusätzlich mit einer tibetischen Beschreibung versehen. Den letzten Luohan ziert noch ein tibetischer Kolophon, ein Segensspruch auf Sanskrit sowie ein mongolischer Schlußtext, in dem die feierliche Einsegnung der herbeigebrachten Darstellungen am 25.10.1777 durch den Reichslehrer Zhang Jia (lCang sKya Rol Pa'i rDo rJe) berichtet wird.

Da die Steinschnitte während der Taiping Revolution (1851 - 1864) zerstört wurden, muss der vorliegende Louhansatz vorher entstanden sein, in Anbetracht des mongolischen Zusatzes wohl tatsächlich 1777.

Die Steinabriebe messen 50 X 120 cm. Sie sind, wie in China üblich, als Rollbilder gefertigt, die 57 X 150 cm messen.

Der ursprüngliche Name und seine Position finden sich oben links oder rechts, die neuen zweispaltig darunter. Das dazugehörige Gedicht ist dem Namen gegenüber eingraviert. Die tibetischen Verse sind unten in rot geschrieben. Die Schlusstexte finden sich auf der Darstellung des 16. Luohans.


Der 1. vormals 13. Luohan

Sanskrit: Aṅgiraja
Guan Xiu: Yin Jie Tuo
因揭陁
Qian Long: A YingA Ji Da
阿迎阿機達
Tibetisch: Yan Lag 'Byung
ཡན་ལག་འབྱུང་

Text links oben:
第十三因揭陁尊者
Der dreizehnte Ehrwürdige Yin Jie Tuo.
今字為阿迎阿機達尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige A YingA Ji Da umgeschrieben
位第一
(und nimmt) den 1. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

Ein Gewand trägt er, aus vielen Flicken gewebt.
Auf einen Stock stützt er sich, einen Bambusstab.
Sanskritschriften sind der Schatz zwischen seinen Buchdeckeln.
Die Augen sind konzentriert, seine Geisteshaltung ist frei.
"Ā Lì Zhà Jiā!”
Als ob er sich an etwas erinnerte.
Eine Erinnerung, die unermeßlich ist,
und für die es weder Sprache noch Schriftzeichen gibt!


Anmerkungen: Entsprechend der Armutsvorschrift sollte ein Mönch sich den Stoff zu seinem Gewand zusammenbetteln und die einzelnen „Flicken“ zu einem Gewand zusammennähen.

Text unten:
གང་རི་ཆེན་པོ་ཏེ་སེ་ལ་།
Auf dem Himalaya
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་ཡན་ལག་འབྱུང་།
(weilt der) edle Arhat Yan Lag 'Byung,
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་སུམ་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 1300 Arhats ,
སྤོས་ཕོར་རྔ་ཡབ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
die Hände in Meditationshaltung gelegt. (Dir) sei Verehrung!
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།?
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 2. vormals 15. Luohan

Sanskrit: Ajita
Guan Xiu: A Shi Duo
阿氏多
Qian Long: A Zi Da
阿迎阿機達
Tibetisch: Ma Pham Pa
མ་ཕམ་པ་

Text links oben:
第十五阿氏多尊者
Der fünfzehnte Ehrwürdige A Shi Duo
今字為阿資答尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige A Zi Da umgeschrieben
位第二
(und nimmt) den 2. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
དྲང་སྲོང་རི་ཡི་ངོས་ཤེལ་ན་།
Auf der Kristallspitze des Drang Srong Berges
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་མ་ཕམ་པ་།
(lebt der) edle Arhat Ma Pham Pa,
དགྲ་བཅོམ་བརྒྱ་ཕྲག་གཅིག་གིས་བསྐོར་།
umgeben von 100 Arhats,
ཕྱག་གཉིས་མཉམ་གཞག་མཛད་ཕྱག་འཚལ་།
die Hände in Meditationshaltung gelegt. (Dir) sei Verehrung!
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།?
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 3. vormals 14. Luohan

Sanskrit: Vanavāsin
Guan Xiu: Fa Na Po Si
伐哪婆斯
Qian Long: Ba Na Ba Xi
拔納拔西
Tibetisch: Nags Na gNas
ནགས་ན་གནས

Text links oben:
第十四伐哪婆斯尊者
Der vierzehnte Ehrwürdige Fa Na Po Si.
今字為拔納拔西尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ba Na Ba Xi umgeschrieben
位第三
(und nimmt) den 3. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
ལོ་མ་བདུན་པའི་རི་ཕུག་ན་།་
In einer Berghöhle in Lo Ma bDun Pa
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་ནགས་ན་གནས་།
(weilt der) edle Arhat Nags Na gNas,
དདགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་བཞི་བརྒྱས་བསྐོར།་།
umgeben von 1400 Arhats,
སྡིགས་མཇུབ་རྔ་ཡབ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
mit ausgestrecktem Zeigefinger und einen Wedel haltend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 4. vormals 7. Luohan

Sanskrit: Kālika
Guan Xiu: Jia Li Jia
迦理迦
Qian Long: Ga Li Ga
嘎禮嘎
Tibetisch: Dus lDan
དུས་ལྡན

Text links oben:
第七迦理迦尊者
Der siebte Ehrwürdige Jia Li Jia.
今字為嘎禮嘎尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ga Li Ga umgeschrieben
位第四
(und nimmt) den 4. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
འཛམ་བུ་གླིང་གི་ཟངས་གླིང་ན་།
Auf dem indischen Subkontinent
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་དུས་ལྡན་ནི་།
(weilt der) edle Arhat Dus lDan,
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་ཆིག་བརྒྱ་བསྐོར་།
umgeben von 1100 Arhats,
གསེར་གྱི་རྣ་ཀོར་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
goldene Ohrringe tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 5. vormals 8. Luohan

Sanskrit: Vajrīputra
Guan Xiu: Fa She Na Fu Duo
伐闍那弗多
Qian Long: Ba ZaLi Bu DaLa
拔雜哩逋荅喇
Tibetisch: rDo rJe Mo Yi Bu
རྡོ་རྗེ་མོ་ཡི་བུ

Text links oben:
第伐闍那弗多尊者
Der achte Ehrwürdige Fa She Na Fu Duo.
今字為拔雜哩逋荅喇尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ba ZaLi Bu DaLa umgeschrieben
位第五
(und nimmt) den 5. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
སིངྒ་ལ་ཡི་གླིང་ན་ནི་།
Auf dem Kontinent Singga (Shri Lanka)
གནས་བརྟན་རྡོ་རྗེ་མོ་ཡི་བུ་།།
(weilt der) Arhat rDo rJe Mo Yi Bu
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་ཕྲག་གཅིག་གིས་བསྐོར་། །
umgeben von 1000 Arhats,
སྡིགས་མཇུབ་རྔ་ཡབ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
mit ausgestrecktem Zeigefinger und einen Wedel haltend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 6. Luohan

Sanskrit: Bhadra
Guan Xiu: Dan Mei Luo Ba Tuo
躭沒囉跋陁
Qian Long: BaHa DaLa
拔哈達喇
Tibetisch: bZang Po
བཟང་པོ

Text links oben:
第六躭沒囉跋陁尊者
Der sechste Ehrwürdige Dan Mei Luo Ba Tuo.
今字為拔哈達喇尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige BaHa DaLa umgeschrieben
位第六
(und nimmt) den 6. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
ཆུ་བོ་ཡ་མུ་ནའི་གླིང་ན་།
Auf einer Insel des Flusses Yamuna
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་བཟང་པོ་ནི་།
(weilt der) edle Arhat bZang Po
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་ཉིས་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 1200 Arhats,
ཆོས་འཆད་མཉམ་གཞག་མཛད་ཕྱག་འཚལ་།
in Lehr- und Meditationshaltung. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 7. vormals 3. Luohan

Sanskrit: Kanakavatsa
Guan Xiu: Tou Lu Po Luo Duo Shi
賓頭盧頗羅墮誓
Qian Long: Ga Na Ga Ba Sa
嘎納嘎巴薩
Tibetisch: gSer Be 'U
གསེར་བེའུ་

Text links oben:
第三賓頭盧頗羅墮誓尊者
Der dritte Ehrwürdige Bin Tou Lu Po Luo Duo Shi.
今字為嘎納嘎巴薩尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ga Na Ga Ba Sa umgeschrieben
位第七
(und nimmt) den 7. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
གནས་མཆོག་དམ་པ་ཁ་ཆེ་ན་ །
In einer ausgezeichneten Stätte in Kashmir
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་གསེར་བེའུ་།
(weilt der) edle Arhat gSer Be 'U
དགྲ་བཅོམ་ཆེན་པོ་ལྔ་་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 500 Arhats,
རིན་ཆེན་ཞགས་པ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
eine Juwelenschlinge tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 8. vormals 2. Luohan

Sanskrit: Kanaka Bharadvāja
Guan Xiu: Jia Nuo Jia Fa Cuo
迦諾迦伐蹉
Qian Long: Ga Na Ga BaHa La Zhuo Za
嘎納嘎拔哈喇錣襍
Tibetisch: Bha ra dhva dza
བྷ་ར་དྷྭ་ཛ་

Text links oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text rechts oben:
第二迦諾迦伐蹉尊者
Der zweite Ehrwürdige Jia Nuo Jia Fa Cuo.
今字為嘎納嘎拔哈喇錣襍尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ga Na Ga BaHa La Zhuo Za umgeschrieben
位第八
(und nimmt) den 8. Platz ein.

Text unten:
ནུབ་ཀྱི་བ་ལང་སྤྱོད་གླིང་ན
Im westlichen Ba Lang Spyod Kontinent
བྷ་ར་དྷྭ་ཛ་གསེར་ཅན་ནི་
(weilt der) Arhat Bha Ra Dhva Dza,
དགྲ་བཅོམ་ཆེན་པོ་བདུན་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 700 Arhats,
ཕྱག་གཉིས་མཉམ་གཞག་མཛད་ཕྱག་འཚལ་།
die Händen in Meditationshaltung gelegt. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 9. vormals 5. Luohan

Sanskrit: Bakula
Guan Xiu: Ba Nuo Jia
拔諾迦
Qian Long: Ba Ga Gu La
拔嘎沽拉
Tibetisch: Ba Ku La
བ་ཀུ་ལ་

Text links oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text rechts oben:
第五拔諾迦尊者
Der fünfte Ehrwürdige Ba Nuo Jia.
今字為拔嘎沽拉尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ba Ga Gu La umgeschrieben
位第九
(und nimmt) den 9. Platz ein.

Text unten:
བྱང་གི་སྒྲ་མི་སྙན་ན་ནི་།
In Byang Gi sGra Mi sNyan (Nord-Kurava)
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་བ་ཀུ་ལ་།
(weilt der) edle Arhat Nags Na gNas,
དགྲ་བཅོམ་ཆེན་པོ་དགུ་བརྒྱ་བསྐོར་།
umgeben von 900 Arhats,
ཕྱག་གཉིས་ནེའུ་ལེ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
in beiden Händen einen Mungo tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 10. vormals 11. Luohan

Sanskrit: Rahula
Guan Xiu: Luo Hu Luo
羅怙羅
Qian Long: La Hu La
喇乎拉
Tibetisch: sGra gCan 'Dzin
སྒྲ་གཅན་འཛིན་

Text links oben:
第五拔諾迦尊者
Der elfte Ehrwürdige Luo Hu Luo.
今字為喇乎拉尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige La Hu La umgeschrieben
位第十
(und nimmt) den 10. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
བྲི་ཡང་ཀུ་ཡི་གླིང་ན་ནི་།
Auf dem Kontinent Bri Yang Ku Li
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་སྒྲ་གཅན་འཛིན་།
(weilt der) edle Arhat sGra g Can 'Dzin,
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་ཆིག་བརྒྱ་བསྐོར་།
umgeben von 1100 Arhats,
གསེར་གྱི་རྣ་ཀོར་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
eine Juwelenkrone tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 11. vormals 16. Luohan

Sanskrit: Cūḍapanthaka / Kṣūḍapanthaka
Guan Xiu: Zhu Tu Ban Tuo Jia
注荼半托迦
Qian Long: Zu Zha Ba NaDa Ga
租查巴納荅嘎
Tibetisch: Lam Phran bsTan
ལམ་ཕྲན་བསྟན

Text links oben:
- Übertragung in Arbeit -

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

第十六注荼半托迦尊者
Der sechzehnte Ehrwürdige Zhu Tu Ban Tuo Jia.
今字為租查巴納荅嘎尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Zu Zha Ba NaDa Ga umgeschrieben
位第十一
(und nimmt) den 11. Platz ein.

Text unten:
བྱ་རྒོད་ཕུང་པོའི་རི་བོ་ལ་།
Auf dem Geierbergmassiv
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་ལམ་ཕྲན་བསྟན་།
(weilt der) edle Arhat Lam Phran bsTan
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་དྲུག་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 1600 Arhats,
ཕྱག་གཉིས་མཉམ་གཞག་མཛད་ཕྱག་འཚལ་།
die Händen in Mediditationshaltung gelegt. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 12. vormals 1. Luohan

Sanskrit: Piṇḍola Bharadvāja
Guan Xiu: Bin Du Luo Ba Luo Duo She
賓度羅跋囉墯闍
Qian Long: Bi NaZha La BaHa La Zhuo Za
畢那楂拉拔喇哈錣雜
Tibetisch: Bha Ra Dhva Dza bSod sNyoms Len
བྷ་ར་དྷ་ཛ་བསོད་སྙོམས་ལེན་

Text links oben:
第一賓度羅跋囉墯闍尊者
Der erste Ehrwürdige Bin Du Luo Ba Luo Duo She.
今字為畢那楂拉拔哈喇錣雜尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Bi NaZha La BaHa La Zhuo Za umgeschrieben
位第十二
(und nimmt) den 12. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
ཤར་གྱི་ལུས་འཕགས་གླིང་མའི་ན་ནི་།
Auf dem östlichen Kontinent
བྷ་ར་དྷ་ཛ་བསོད་སྙོམས་ལེན་།
(weilt) Bha ra dhva dza bSod snyoms len,
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་ཕྲག་གཅིག་གིས་བསྐོར་།
umgeben von 1000 Arhats,
གླེགས་བམ་ལྷུང་བཟེད་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
mit Buch und Almosenschale versehen. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 13. vormals 10. Luohan

Sanskrit: Panthaka
Guan Xiu: Ban Tuo Jia
半託迦
Qian Long: Ba NaTa Ga
巴那塔嘎
Tibetisch: Lam bsTan
ལམ་བསྟན་

Text links oben:
- Übertragung in Arbeit -

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

第七半託迦尊者
Der zehnte Ehrwürdige Ban Tuo Jia.
今字為巴那塔嘎尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Ba Nata Ga umgeschrieben
位第十三
(und nimmt) den 13. Platz ein.

Text unten:
ལྷ་ག་ནས་སུམ་ཅུ་རྩ་གསུམ་ན་།
Im Himmel der Dreiunddreissig
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་ལམ་བསྟན་ནི་།།
(weilt der) edle Arhat Lam bsTan,
དགྲ་བཅོམ་ཆེན་པོ་དགུ་་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 900 großartigen Arhats,
གླེགས་བམ་ཆོས་འཆད་མཛད་ཕྱག་འཚལ་།
in Lehrhaltung mit Buch versehen. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 14. vormals 12. Luohan

Sanskrit: Nāgasena
Guan Xiu: Na Jia Xi Na
哪伽犀哪
Qian Long: NaA Ga Sai Na
納阿噶賽納
Tibetisch: Klu Yi sDe
ཀླུ་ཡི་སྡེ་

Text links oben:
第十二哪伽犀哪尊者
Der zwölfte Ehrwürdige Na Jia Xi Na.
今字為納阿噶賽納尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige NaA Ga Sai Na umgeschrieben
位第十四
(und nimmt) den 14. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
རི་ཡི་རྒྱལ་པོ་ངོས་ཡངས་ལ་།
Auf den breiten Hängen des Königs der Berge
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་ཀླུ་ཡི་སྡེ་།
(weilt der) edle Arhat Klu Yi sDe
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་ཉིས་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 1200 großartigen Arhats,
བུམ་པ་འཁར་གསིལ་འཛིན་ཕྱག་ཚལ་།
Gefäß und Stab tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 15. vormals 9. Luohan

Sanskrit: Gopaka (Jīvaka)
Guan Xiu: Jie Bo Jia
戒博迦
Qian Long: Guo Ba Ga
鍋巴嘎
Tibetisch: sBed Byed
སྦེད་བྱེད་

Text links oben:
第九戒博迦尊者
Der neunte Ehrwürdige Jie BoJia.
今字為鍋巴嘎尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige Guo Ba Ga umgeschrieben
位第十五
(und nimmt) den 15. Platz ein.

Text rechts oben
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
རི་ཡི་རྒྱལ་པོ་བི་ཧུ་ལ་།
Auf dem König der Berge Bihu
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་སྦེད་བྱེད་ནི་།
(weilt der) edle Arhat sBed Byed
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་དང་བཞི་བརྒྱས་བསྐོར་།
umgeben von 1400 großartigen Arhats,
ཕྱག་གཉིས་གླེགས་བམ་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
in beiden Händen ein Buch haltend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!


Der 16. vormals 4. Luohan

Sanskrit: Abheda (Abhedya)
Guan Xiu: Nan Ti Mi Duo Luo Qing You
難提密多羅慶友
Qian Long: A Bi Da
阿必達
Tibetisch: Mi Phyed Pa
མི་ཕྱེད་པ་

Text rechts oben:
第四難提密多羅慶友尊者
Der vierte Ehrwürdige Nan Ti Mi Duo Luo Qing You.
今字為阿必達尊者
Jetzt wird der Ehrwürdige A Bi Da umgeschrieben
位第十六
(und nimmt) den 16. Platz ein.

Text oben Mitte
(das Gedicht des Kaisers):

- Übertragung in Arbeit -

Text unten:
གངས་ཅན་རི་ཡི་རྒྱལ་པོ་ལ་། །
Auf dem König der Berge des Schneelands (Himalaya)
འཕགས་པ་གནས་བརྟན་མི་ཕྱེད་པ་།
(weilt der) edle Arhat Mi Phyed Pa
དགྲ་བཅོམ་སྟོང་ཕྲག་གཅིག་གིས་བསྐོར་།
umgeben von 1000 großartigen Arhats,
བྱང་ཆུབ་མཆོད་རྟེན་འཛིན་ཕྱག་འཚལ་།
Die Stupa der Erleuchtung tragend. (Dir) sei Verehrung.
བླ་མ་འི་སྐུ་ཚེ་འི་བརྟན་པ་དང་།
Für ein lebenslanges Vertrauen in den Lehrer und
བསྟན་པ་རྒྱས་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས་།།
zur Ausbreitung der Lehre gewähre (Deinen) Segen!
Die Kolophone

Die historischen Angaben sind den Kolophonen entnommen, die sich auf der Darstellung des 16. Luohans befinden. Oben links befindet sich der Schlusstext des Kaisers Qian Long (乾隆) in dem er über seinen Besuch des Tempels Sheng Yin (聖因) im Jahre 1756 und den vorgenommen Änderungen berichtet. Unten rechts steht ein auf das Jahr 1764 datierter Bericht des Abts Ming Shui (明水) über die Fertigstellung der Arbeiten. Unten, unter dem tibetischen Vers zu dem Luohan sind die tibetischen Segenswünsche geschrieben. Links darüber findet sich der mongolische Kolophon.
Der Kolophon des chinesischen Kaisers Qian Long 乾隆

Qian Long beschreibt in seinem Schusstext (zur Grossansicht chinesischer Text) seine große Bewunderung für diese Meisterwerke und den Grund für die Hinzufügung von Gedichten, Namen und Positionsänderung. Die Namen sind so nahe wie möglich dem Sanskrit angeglichen. Dies wird auch in der Schriftsetzung sichtbar: Werden im Chinesischen zwei Zeichen benötigt, um eine Sanskritsilbe wiederzugeben, so sind diese beiden Zeichen zusammengerückt. In unserer Umschrift wurde dies nachvollzogen. (z.B. bei Bi NaZha La BaHa La Zhuo Za (12. Luohan): NaZha entspricht ṇḍo, BaHa entspricht Bha.)

Der Kolophon des Kaisers ist links oben auf der Abbildung des 16. Luohans als Fließtext eingraviert und lautet in deutscher Übertragung:

"Der (während der) Tang(-zeit lebende) Guan Xiu hat wahre Abbilder der 16 (Luohans) geschaffen. Sie sind im Xuan He (宣和) Bilderkatalog einzusehen. Seit dem Jahr Guang Ming (廣明 = 880) sind fast 1000 Jahre vergangen. Sie waren in Zhe Jiang (浙江)verbreitet. Sie werden in dem am Fluss Qian Tang (钱塘) gelegenen Tempel Sheng Yin (聖因) aufbewahrt.

(Ich) Qian Long war im 2. Monat des Frühlings 1756 im Süden auf einer Inspektionsreise. Als ich mich in meiner temporären Residenz in Xi Hu (西湖 West Lake / Hangzhou) aufhielt, besuchte ich den Tempel, um einer Zeremonie beizuwohnen. Dadurch sah ich die gesamte Austellung (der Bildwerke) von Guan. Ich bezeuge, es sind wahrlich wunderbare Kompositionen!

Die Namen der Ehrwürdigen (= Luohans) wurden alten übersetzten Werken entnommen. Da diese nicht zur Aussprache der Sanskritwurzeln passen, ist auch deren Reihenfolge verschoben. Also wurden die Titel von dem Reichslehrer Zhang Jia (章嘉) gemäß der Sanskritklassiker aktualisiert und deren Position geändert. So setze ich jetzt, zusammen mit den Silben, die dem Klang (der originalen Sanskritnamen) entsprechen, die (der Folge entsprechende) Platznummer unter die ursprünglichen Zeichen (des Guan Xiu). Für jeden (Luohan) schreibe ich ein Loblied. Wenn die Zeichen gesetzt sind, verbleiben sie (die Bildwerke) im Tempel für immer als Schatz zur Übermittlung an (folgende) Generationen.

Jedoch, die vier Großen (= die 4 Elemente,) sind nicht verwurzelt (d.h. Alles ist vergänglich), warum sollten es diese Bildwerke sein? Darum sollte man die Änderung von Namen und Schreibformen (der Luohans) nicht missverstehen (also nicht zu viel Gewicht beimessen)! Denn die Heiligen werden darüber gewiss nicht streiten!
Kaiserliche Aufzeichnung." SIEGEL
Der Kolophon des chinesischen Abtes Ming Shui 明水

Die Inschrift des Abtes (zur Großansicht chinesischer Textl) ist unten rechts an der Darstellung des 16. Luohans angebracht und lautet in deutscher Übertragung:

"Kaiserlich festgestellt, sind die Abbilder der 16 Ehrwürdigen im Tempel Sheng Yin 聖因寺 wundervoll gezeichnete Verkörperungen der 16 Ehrwürdigen, die seit einem Millenium weitergereicht werden. Bei dieser für mich ehrenvollen Begegnung hat seine Majestät der Kaiser, der das Herz eines Buddha hat, diese bis auf die Haarspitze vervollkommnet und wiederbelebt indem er Name und Platz (der Luohans) festgesetzt hat. Beschreibung und Darstellung sind nun vollständig und klar. Welch umfassender Erfolg!

Der aus unerklärlichen Gründen dem Kloster vorstehende Diener, der Mönch Ming Shui 明水, hat sorgfältig die Steinkopien gravieren und diese Louhans in einer Halle aufstellen lassen, zur respektvollen Andacht. Für Himmel und Menschheit 10.000 Wohltaten!

Im 29. Jahr (der Regierungszeit = 1764) von Qian Long 乾隆 der großen Qing-Dynastie 大清, im August, hat dies der Diener, der Mönch Ming Shui 明水, respektvoll geschrieben."
Der tibetische Kolophon

Der tibetische Kolophon gibt keine direkten historischen Angaben, er besteht aus allgemeinen Segenswünschen. Dem mongolische Kolophon zufolge wurden diese Verse im Auftrag des Rechslehres Zhang Jia 章嘉, des 3. Cangkya-Tulku, gesetzt.

Der 1. Vers (Stollen 1 - 4) könnte von Zhang Jia 章嘉 selbst stammen. Mit dem Schützer der Lehre (བསྟན་པ་སྐྱང་ཞིང་) wäre dann der Kaiser Qian Long gemeint.

Der 2. Vers (Stollen 5-8) stammt aus einem Werk des 5. Dalai Lama Ngawang Lobsang Gyatsho (ངག་དབང་བློ་བཟང་) (1617–1682) mit dem Titel བྱང་ཆུབ་ལམ་གྱི་རིམ་པའི་དམིགས་རིམ་མདོར་བསྡུས་འཁྱེར་བདེ་བ་ (Eine leicht verständliche kurze Zusammenfassung der Meditationsstufen auf dem Weg zur Erleuchtung). Die Verbreitung dieser Bildwerke im ganzen Reich ist eine verdienstvolle Tat. Eine weitere Referenz auf den Kaiser kann in dem Begriff "Fürst unter den Weisen" (ཐུབ་དབང) gesehen werden. Dies ist auch die gängige Übersetzung für den historischen Buddha als Śākyamuni, der ja selbst ein Königssohn war.

Der 3. Vers (Stollen 9-12) sind allgemeine Segenswünsche, wie sie z.B. in Kyoto am Mampukuji Temple 萬福寺 angebracht sind.

དུས་གསུམ་རྒྱལ་བ་རྒྱལ་སྲས་ཐུགས་ཪྗེ་ནི་།
Das Mitgefühl der Buddhas und Buddhasöhne der 3 Zeiten
ཉན་ཋོས་ཚུ་པ་དུ་སྲྀད་བ་སྲྀད་པར་།
(möge wirken) für die Hörer im Diesseits bis zum Ende der Welt!
བསྟན་པ་སྐྱང་ཞང་འགྼོ་བའི་དོན་མཛད་པའི་།
Möge der Wandel der Schützer der Lehre heilbringend sein!
གནས་བརྟན་ན་ཆེན་པོ་རྣམས་ཀྱི་བཀྲྲ་ཞིས་ཞོག་།།
Möge der Segen aller großen Arhats gegenwärtig sein!

འདི་ལྟར་བགྱིས་པའི་རནམ་དཀར་དགེ་ཚོགས་རྣམས་།
So mögen alle verdienstvollen Taten
རང་གཞན་ཐམས་ཅད་མྱུར་དུ་ཚོགས་གཉིས་རྫོགས་།
zu den beiden Anhäufungen für einen selbst und die anderen führen!
སགྲྀབ་གཉིས་སཔྱངས་སཏེ་བླ་མ་ཐུབ་དབང་གི་།
གོ་འཕང་དམ་པ་ཐོབ་པའི་རྒྱུ་རུ་བསྔོ་༎
Das Herabreisen der beiden Verschleierungen wird die Ursache dafür sein, den würdigen Platz eines Lehrers, eines Fürsten unter den Weisen, zu erlangen.

ཉིན་མོ་བདེ་ལེགས་མཚན་བདེ་ལེགས་༎
Glückliche Tage, glückliche Nächte!
ཉིན་མོ་གུང་ཡང་བདེ་ལེགས་ཤེང་༎
Und auch glückliche Mittage (des Tages)!
ཉིན་མཚན་རྟག་ཏུ་བདེ་ལེགས་པས་༎
Tage und Nächte seien immer glücklich!
དཀོན་མཚོག་གསུམ་ཀྱི་བཀྲ་ཤིས་ཤོག་༎
Mögen die drei Juwelen gesegnet sein!
Segensspruch Sanskrit

Der Segenspruch befindet sich zwischen dem in mongolischer Schrift geschriebenen Text und dem chinesischen Abschlussbericht des Abts über den tibetischen Versen. Der Segensspruch ist in tibetischer Schrift geschrieben: 4 Zeilen zu je 3 Silben.

ཡེཏེན
ཛགདྭ
ཧུཧིཧཾ
བྷབཏུ

Sanskrit:
ye tena jagad bahu hitaṃ bhavatu

Deutsch:
Möge durch diese (Luohans) der Welt (d.h. allen Wesen) viel Glück zuteil werden!
Die tibetischen Verse zu den Luohans

Die tibetischen Verse zu den einzelnen Louhans zeigen eine traditionelle Beschreibung der 16 Arhats, wie sie schon in früher buddhistischer Zeit bekannt war. So finden sich diese Verse z.B. auch in einem liturgischen Text (ཆོས་སྡེ་ཆེན་པོ་རྣམས་སུ་གསུང་པའི་ཆོས་སྤྱོད་ཀྱི་རིམ་པ་དང་སེར་སྨད་སྨད་ཐོས་བསམ་ནོར་གླིང་གྲྭ་ཚང་གི་ ཐུན་མོང་མ་ཡིན་པའི་ཉེ་མཁོ་ཆོས་སྤྱོད་བཅས་) für das Sera Mey Kloster (Ser sMad).

Da der Künstler Guan Xiu 貫休 diese traditionelle Beschreibung nicht kannte, ist es nicht verwunderlich, dass die tibetischen Beschreibungen der Luohans nicht immer zu den chinesischen Darstellungen zu passen scheinen.

Der mongolische Kolophon

Der mongolische Kolophon (zur Großansicht mongolischer Text) ist unter der Darstellung des 16. Luohans über den tibetischen Versen angebracht. Er berichtet über die Erstellung dieser Kopien, der Hinzufügung der Verse auf Anweisung des Reichslehrers Zhang Jia 章嘉 und die durch diesen vorgenommene Einsegnung am 25.10.1777. Zhang Jia (mongolisch: Bogda Janggja Gegeen, tibetisch: lCang sKya Rol Pa'i rDo rJe) hatte ja schon auf Weisung des Kaisers die Aktualisierung und Neupositionierung dieser Louhans vorgenommen. (An dieser Stelle sei Frau Tserennyam, Stuttgart, für die tatkräftige Unterstützung bei der Entzifferung dieses mongolischen Textes herzlich gedankt.) In deutscher Übertragung lautet der Kolophon:

"Om. Im 42. Jahr des vom Himmel Auserkorenen (=1777).

Der gerade (wtl.:ans Ende) der Gefolgschaft des Bogd lCang-sKya (mong. Janggja, chin. Zhang Jia) Gegeen beigetretene Novitze (dGe-Tshul) namens Jisi Sangbu (tib.: Ye-Shes bZang-Po ?) hat sorgfältig unter die Füsse der 16 Mahāsādhuka Blamas (= die 16 Luohans) (Verse) angebracht, nachdem er die den Geist enthaltenen Blockdrucke (Buchstaben der Verehrung) gefertigt hatte. Voll Respekt brachte er (die Bildrollen der Luohans) aus dem im Süden, aus dem in der Stadt Hangzhou (mong.: Hengjau) gelegenem Kloster Sheng Yin Se (聖因寺).

Anläßlich einer Zusammenkunft am 25. des 10. Monats des gleichen Jahres hat der Bogd lCang-sKya (mong. Janggja, chin. Zhang Jia) Gegeen (die Luohans) nach dem (diese) entsprechend aufgestellt wurden gesegnet. Durch dieses verdienstvoller Werk (puṇya) möge dieser Religionsschatz der Arhats (= die Bilder der Arhats) in alle Himmelsrichtungen weit verbreitet werden und wertvoll (für alle Wesen) bleiben."
Zur Historie

Die 16 Luohans (sanskrit: arhat, pali: arahant: ehrwürdig) sind der Legende nach 16 direkte Schüler von Gautama Buddha, die noch zu seinen Lebzeiten erwachten. Dank ihrer individuellen Meisterschaft sind sie (relativ) unsterblich. Sie leben in unzugänglichen Plätzen verteilt auf der ganzen Erde, um die Entwicklung der Menschheit positiv zu unterstützen. Einer anderen Legende nach warten sie auf die Herabkunft des nächsten Buddhas (Maitreya), um diesen zu empfangen.

In China wurde die buddhistische Lehre durch indische Pilger spätestens seit dem 3. Jahrhundert verbreitet. Mit Bodhidharma (Anfang 6. Jh.), dem ersten chinesischen Patriarchen, fand die Richtung des Zen weite Verbreitung. Zur Zeit Guan Xiu (貫休, 9. Jh.) waren buddhistische Lehren etabliert, er selbst war Buddhist. Legenden der 16 Luohans waren bekannt, allein ihre Darstellung war nicht normiert. Der Überlieferung nach hat Guan Xiu die 16 Luohans in seinen Träumen gesehen und diese danach gestaltet. Seine Anordnung entspricht der Aufzählung des Fa Zhu Ji (法住 記), eine chinesische Übersetzung des Nandimitrāvadāna.

Der chinesiche Kaiser Qian Long (乾隆 25.9.1711 – 7.2.1799, Regierungszeit: 11.10.1735 - 8.2.1796) war der vierte und wohl bedeutendste Herrscher der Qing-Dynastie (朝 1616-1912). Er war nicht nur selbst Dichter und Maler, sondern förderte Kultur und Religion. So ließ er die größte Enzyklopädie der Welt (Si Ku Quan Shu 四庫全書, über 36.000 Bände) in den Jahren 1773-1782 erstellen. Ein massgeblicher Mitarbeiter daran war der Reichslehrer Zhang Jia (章嘉), dem in unserem Kontext die Aktualisierung der Namen und Reihenfolge der Luohans oblag.

Der Reichslehrer Zhang Jia (章嘉 1717 – 1786) ist lCang sKya Rol Pa'i rDo rJe, der 3. Cangkya-Tulku. Als Kind kam er 1724 nach Peking, wo er im kaiserlichen Umfeld aufwuchs und zum Reichslehrer des Kaisers wurde. Unter seiner Leitung wurde der bsTan 'Gyur ins Mongolische übersetzt. 1779 bereitete er den Besuch des 6. Penchen Lamas Blo bZang dPal lDan Ye Shes (1738-1780) anläßlich des 70. Geburtstages des Kaisers vor.