NAGEL AUKTIONEN 38M

109 Jahre später lernte Thöny die Amerikanerin Thea Trautner, geborene Herrmann, kennen. Die beiden heirateten und übersiedelten 1931 nach Paris. Die Begegnung mit dieser Stadt bewirkte einen Wandel seiner künstlerischen Ausdrucksweise. Im März 1938 emigrierte das Paar nach New York. In Amerika hat Thöny allerdings nicht mehr gemalt, lediglich gezeichnet und mit Temperafarben gearbeitet. 1942 schloss der Künstler einen Vertrag mit den Knoedler Galleries in New York ab. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in ameri- kanischen Museen und Galerien. Am 4. März 1948 wurden über tausend seiner Grafiken und Ölgemälde, darunter viele Hauptwerke, durch einen Brand in Brown‘s Lagerhaus zerstört. Von diesem Schicksalsschlag sollte er sich nicht mehr erholen. Ein Jahr später starb der Künstler an einem Gehirnschlag. Thöny war ein Weltmann. Zeitlebens lockte ihn das pulsie- rende Leben der Großstädte. Paris hatte ihn fasziniert, später New York. Er selbst ist in vielen seiner Bilder als der Herr im Frack zu erkennen. Thöny war gesellig, liebte das Gespräch und hatte einen großen Freundeskreis. Er verehr- te Schauspieler, Musiker, Zirkusleute und die Zuschauer. Freundschaften mit bildenden Künstlern seiner Zeit pflegte er dagegen weniger. Derzeit würdigt das Rupertinum in Salzburg das Werk des Künstlers: „Wilhelm Thöny. Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde“ - Ausstellung aus der Sammlung des Salzburger Museums der Moderne“ (bis 9. Mai 2010).

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