NAGEL AUKTIONEN 38M KOCH

13 Die Dissertation von Sigrid Randa hatte es sich zum Ziel gemacht, die Publikationen von Alexander Koch auf Gehalt und Wirkung hin zu untersuchen. „Seine Ansichten sind sowohl symptomatisch für die Situation um die Jahrhundertwende, aber auch herausra- gend in ihrem reformatorischen Anspruch und wegweisend auf- grund ihrer progressiven Forderungen“, schlussfolgert die Autorin. Kochs Gedankengut ist entwicklungsgeschichtlich „innerhalb eines Strangs zu sehen, der ausgehend von den Theorien John Ruskins und William Morris und der Art-and- Crafts-Bewegung in England hin zum Programm des Deutschen Werkbundes und des Bauhauses führt“ (1990). Als Kunstfreund und Sammler war Alexander Koch eine ebenso aufgeschlossene, vorwärts gerichtete Persönlichkeit. „In seinem Verhältnis zur Kunst ist er eine in keiner Weise historisch einge- stellte Persönlichkeit, es liegt in ihm nichts Retrospektives, er ist der Prototyp des Gegenwartsmenschen. Er liebt das Alte nur, inso- fern er darin lebendiges Zeitempfinden fühlt, sowie es ihm also Maßstab und Wertmaß für das Moderne sein kann“, formulierte Kuno Graf von Hardenberg schon zu Kochs Lebzeiten (1926). Die in diesem Auktionskatalog angebotenen Arbeiten auf Papier geben in ihrer Gesamtheit einen Einblick in die ästhetische Vorstellungswelt des Alexander Koch und dokumentieren exemplarisch die Zeit des künstlerischen Aufbruchs in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts. Literatur: Das Haus eines Kunstfreundes Alexander Koch (Hrsg.), Haus Alexander Koch Darmstadt. Mit Beiträgen von Kuno Graf Hardenberg und Fritz August Breuhaus. Darmstadt 1926 Reformen der Kunst und des Lebens um 1900. Sigrid Randa, Alexander Koch. Publizist und Verleger in Darmstadt. Worms, 1990. 100 Jahre Verlagsanstalt Alexander Koch Broschüre, Stuttgart 1990

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