Alexander Koch (1860–1939) Publizist, Verleger und Reformer I n der Chronologie von Nagel Auktionen findet sich unter der Jahreszahl 1935 folgender Eintrag: „Kunstauktion Hofrat Dr. Ing. e.h. Alexander Koch“. Was hinter diesem Namen stand, war bei Mitarbeitern des Stuttgarter Kunstauktionshauses in Vergessenheit geraten. Alte Kataloge und sonstige Unterlagen aus dieser Zeit sind im Krieg verloren gegangen. Recherchen ergaben, dass auch die kunsthistorische Forschung das Wirken von Alexander Koch (1860-1939) über eine lange Zeit kaum gewürdigt hatte. Erst Ende der 1980-Jahre begannen Wissenschaftler in Deutschland und Amerika, über das Werk des Publizisten und Verlegers, der am Zustandekommen der Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe beteiligt war und junge Künstler nach Kräften förderte, zu arbeiten. Die in diesem Auktionskatalog angebotene Sammlung von Arbeiten auf Büttenpapier stammt aus dem Besitz der Nachfahren des Alexander Koch. Der Verleger selbst hatte zu besonderen Anlässen, insbesondere zum 25-jährigen Berufs- und Verlagsjubiläum (1912), zu seinem 60. Geburtstag (1920) und 70. Geburtstag (1930), ihm nahe stehende Künstler aus ganz Europa um gestalterische Beiträge gebeten. Herausgekommen ist ein ein- zigartiges Ensemble von Gratulationen in Prosa und in Versen, aber auch in Form von Zeichnungen, Radierungen, Aquarellen und Fotografien. Alexander Koch wurde am 9. November 1860 in Köln in eine gebil- dete, großbürgerliche Familie hinein geboren. Sein Vater Ernst Koch war Professor für Gesang, seine Mutter Mathilde Koch, geb. Haberland, die Tochter eines Juristen. Der Sohn verbrachte die Kindheit in Köln, bis der Vater eine Stelle am Konservatorium in
