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7 Im 19. Jahrhundert war Bad Kissingen ein mondäner Kurort. Er war Lieblingsaufenthalt von Fürst Otto von Bismarck (1815-1898).Während seiner Amtszeit als Kanzler des Deutschen Reiches war er körperlich sehr angeschlagen und fuhr zwischen 1874 und 1893 insgesamt 15 Mal zur Kur nach Bad Kissingen, um in dem Mineral- und Moorheilbad sein Rheuma und andere Beschwerden behandeln zu lassen. „Nebst Gott verdanke ich mein gutes Befinden und meine Gesundheit meinem Schweniger (der Arzt) und Kissingen“, sagte der berühmte Gast. „Ich fühle mich hier heimisch, ich liebe Kissingen und betrachte es als meine zweite Heimat“. Kissingen war also – neben der Reichshauptstadt Berlin – mehr als jede andere deutsche Stadt mit dem Leben und Wirken des Reichsgründers verknüpft. „Bismarck hat im Weltbad Kissingen nicht nur Erholung gesucht und gefunden, sondern Weltpolitik betrieben“, sagt der heutige Oberbürger- meister Christian Zoll. Er hat das Machtzentrum des Deut- schen Reiches dort hin verlagert und politische Festlegungen von größter Tragweite vorgenommen. Beispiele sind das „Kissinger Diktat“ (1877), in dem er seine außenpolitische Strategie festlegte, oder Bismarcks Entschluss (1880), mit der Arbeiterversicherung der staatlichen Sozialpolitik ganz neue Wege zu weisen. Erinnerungen an eine Wallfahrtsstätte der Nation

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