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Los 1856

Sehr großer beweglicher Goldfasan aus Eisen

Schätzpreis:

30.000 € - 50.000 €

Zuschlagspreis:

Beschreibung:

Japan, Kyoto, sign. Kôzanbô Muneyoshi 好山房宗義, Meiji-Zeit
L. 78 cm
Der außerordentlich große und Vogel ist auf einer rechteckigen Kartusche „Kôzanbô Muneyoshi“ 好山房宗義 signiert. Kozanbô bezieht sich auf die Werkstatt (bô) des Metallkünstlers Takase Kozan (1868-1934), während Muneyoshi der Name des eigentlichen Fertigers ist, wobei die Verwendung des Schriftzeichens „Mune“ entweder eine Verneigung gegenüber den Myôchin-Eisenschmieden ist, die sich auch mit der Darstellung von Tieren mit beweglichen Gliedern (jizai okimono) einen Namen gemacht haben, oder ein Myochin-Meister für das Atelier des Takase Kozan gearbeitet hat.
Bedeutende bayerische Privatsammlung, vom jetzigen Besitzer erworben am 28.3.1994, Lot 87 von Christie's London
Laut Harada Kazutoshi, Lehrstuhl für Spezialforschung am Nationalmuseum Tokio, stammt der älteste bekannte Jizai Okimono aus dem Jahr 1713. Es ist nicht klar, zu welchem Zweck sie hergestellt wurden oder woher die komplizierten Herstellungstechniken stammten. Als jedoch die Nachfrage nach Rüstungen während der friedlichen Herrschaft des Tokugawa-Shogunats in der Edo-Periode deutlich zurückging, wandte sich die berühmte Myochin-Familie, die für ihre hervorragende Schmiedekunst bei Eisenrüstungen bekannt war, der Herstellung anderer geschmiedeter Eisenmaterialien wie Teezeremoniekesseln, Dosen, Schwertschutzvorrichtungen und jizai okimono zu. Da die Hersteller im Einklang mit der Politik der Regierung arbeiteten, die Industrie zu fördern, dekorative Kunst zu exportieren und an inländischen und internationalen Ausstellungen teilzunehmen, fanden viele dieser jizai-okimono ihren Weg in den Westen.
Takase Kozan trat nach dem Studium der Malerei 1883 in die Export-Firma von Ikeda Seisuke in Kobe ein und 1887 wechselte in Metallabteilung, die in Kyoto angesiedelt war. Hier lernte er unter Tomiki Isuke (1835-1894) das Metallhandwerk. Tomiki stellte Kellen für Verputzarbeiten her, aber auch jizai okimono wie Schlangen, Drachen und Insekten mitbeweglichen Gliedern. Im Jahr 1893, im Alter von 24 Jahren, gründete Takase Kôzan in Kyoto eine eigene Werkstatt für Metal-okimono und kümmerte sich um den Vertrieb. Damals wurden diese okimono nicht nur für den heimischen, sondern für den ausländischen Markt hergestellt. Die jizai okimono sind aus Eisen, Kupfer oder patinierten Kupferlegierungen. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und verkaufte 1910 Insekten-okimono an den Kronprinzen, den zukünftigen Taishô-Kaiser, als dieser Kyoto besuchte. Später unterrichtete und beaufsichtigte er seine Werkstatt, ohne selber noch okimono zu fertigen. Unter den Kozan-okimono von großen Tieren ist ein Phönix im Hosomi Museum und ein Karpfen mit beweglichen Flossen und Maul in der Sammlung des Kiyomizu Sannenzaka Art Museum, beide in Kyoto, zu nennen. Kozan schuf auch kleine bewegliche Tiere, wie beispielsweise die "Zwölf Arten von Insekten" aus Silber und Kupfer, darunter Heuschrecken, Hirschkäfer, Zikaden und Libellen. Ein vollständiger Satz befindet sich in den Sammlungen des Mitsui Memorial Museum of Art und des Kasama Nichidô Art Museum
Minim. Altersspuren

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