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Los 45

Das Paradies des Padmasambhava - der Kupferberg Zangs dog dpal-ri

Schätzpreis:

2.500 € - 3.500 €

Zuschlagspreis:

Beschreibung:

Tibet, 18./ 19. Jh.
64,5 x 43,5 (112 x 74,5) cm
Darstellung des Paradieses Zangs dog dpal-ri, das „ Der Kostbare Guru“ Padmasambhava, nachdem er die Menschenwelt verlassen hatte, zu seinem Wohnort nahm. Die letzte Station des Gurus Erdenwandels war das Land Mön in Südtibet, das heute zu Assam gehört. Der Legende nach hinterließ Padmasambhava dort einen Abdruck seines Körpers in einem Felsen und schuf fünf Standbilder als Manifestationen seines Selbst. Auf einem Pferd namens Gung-thang-la verließ er die „Hohe Passebene“ bei Mangyul, an den Nordgrenzen Tibets. Sein Ziel war das Reich der Srin-po Dämonen, um dort den Buddhismus zu verbreiten. Nach der Bekehrung des Königs der Srin-po residierte er in dessen Palast, welcher später als das Paradies und die himmlische Wohnstätte Padmasambhavas angenommen wurde. Der dreistöckige Tempel mit dem goldenen Dach steht auf dem kupfernen Berg Zangs dog dpal-ri, der aus dem Reich der Nagas (Schlangengötter) emporragt. Diesseits des Paradieses, getrennt durch den großen Urozean, in dem die Paläste der Nagakönige und Tiere zu sehen sind, sowie die in den fünf Farben spitz aufragenden Gipfel der Fünf Kontinente, befindet sich das Land der Rakshasi-Dämonen. Eine Vielzahl dieser mannigfaltig gestalteten menschenfressenden Unholde leben dort in den Wäldern, in ihren meist aus Menschenknochen gebauten Palästen. Mit den menschlichen Wesen, die in diesen Bereich hineingeraten, treiben sie ihr blutrünstiges Werk. Nur eine schmale Brücke, die über den Ozean führt, kann die Erlösung im Paradies des Padmasambhava bringen. Gelingt es dem Erlösung Suchenden, den Ozean auf der schmalen Brücke zu überwinden, gelangt er durch die Pforte eines Stupa zum Fuße des heiligen Berges. Dort leben in einsamen, schwer zugänglichen Höhlen und Laubhütten Menschen verschiedener Abkunft, die über heiligen Texten und Büchern in Meditation und praktischen Übungen versunken sind. Am Rande des Bergplateaus befindet sich ein mächtiger Schutzwall, der den heiligen Palast des Padmasambhabva umgibt. Ihm vorgelagert sind eine kleine Schutzmauer, und ein schmaler Wassergraben. Die Mauer, die den heiligen Bezirk umspannt, ist im Sinne eines Mandalas, in den vier Farben der kosmischen Richtungen, vorzustellen. Alle vier Mauern haben Türen, die von den mächtigen Königen der vier Weltgegenden bewacht werden. Das Tor des Ostens, in der Farbe des weißen Bergkristalls, wird von dem Lokapala Dhritarashtra bewacht, dessen Attribut die Laute ist. Das Südtor, in der Farbe des Lapis wird von Virudhaka, mit einem Schwert in der Hand bewacht. Virupaksha trägt einen Stupa als Attribut und bewacht das korallenrote Westtor, das sich, vom Betrachter aus gesehen, hinter dem Palast befindet. Vaishravana ist der Hüter des grünen malachitfarbenen Tores. Er trägt ein Siegesbanner und die juwelenspeiende Ratte in seinen Händen. Der Ankömmling gewahrt den Padmasambhava auf einem Lotusthron sitzend, der alle anderen im Heiligtum Anwesenden überragt. Der Guru residiert in der großen Versammlungshalle im unteren Bereich seines dreistöckigen Golddachtempels, umgeben von seinen beiden Schülerinnen, und seinen acht verschiedenen Erscheinungsformen. Padmasambhava sitzt auf einem Lotusthron in gelöster, königlicher Haltung. Er ist in reiche Gewänder gekleidet und trägt auf seinem Haupt den fünfblättrigen Lotushut. Der symbolreiche Stab (khatvanga) lehnt in seiner linken Armbeuge, und in der linken Hand hält er eine gefüllte Schädelschale (kapala). Sein rechter Arm liegt auf dem rechten Knie und die ausgestreckte Hand umfasst einen goldenen, fünfstrahligen Vajra. Zur Linken und Rechten sitzen seine beiden Gemahlinnen, lHa-lcam Mandarava und mKha’-gro Ye-ses mtsh-rgyal. In der vordersten Reihe der Versammlungshalle, und jeweils hinten links und rechts, haben die acht Emanationen des Padmasambhava ihren Platz eingenommen. Die acht Erscheinungen sind Gestalten die Padmasambhava im Laufe seiner Belehrungen, entsprechend der dabei erlangten Fähigkeiten, angenommen hatte. Die Namen seiner jeweiligen Gestalten weisen auf diese Ereignisse hin. Ganz rechts befindet sich (die Aufzählung erfolgt nicht der chronologischen Ordnung) die zornvolle Erscheinung rDo rje gro lod. In dieser Erscheinung hat Padmasambhava böse Mächte besiegt und belehrt. In der Gestalt des Buddha wird Padmasambhava im Stadium des Eintretens in den Mönchsorden und nach Erhalt der ersten Belehrungen mit dem Namen Sakya-senge, der „Löwe der Sakya“ benannt. Padma rgyal-po wurde er genannt, als er nach der Rückkehr nach Oddiyana, König Indrabhuti unterwiesen hatte. Zu Deutsch lautet dieser Name „Lotus-König“. Mit dem spitzen Hut und dem Gewand des Mönchs bekleidet, lautet sein Name Pemasambha. Als blaue Gottheit, in Vereinigung mit seiner Partnerin erhielt er bei der Meditation über Amitayus den Namen Chi-med pad-ma byung-gnas. Die nächst folgende Form Padmasambhavas ist Blo-ldan mchog-sred, mit weißem Turban, und die Damaru schwingend. Sie steht im Zusammenhang mit seinem Studium bei indischen Heiligen und Unterweisungen, die er in Kashmir erteilt hatte. Den Namen Ni-ma’i od-zer erhielt Padmasambhava, weil er einmal den Lauf der Sonne für sieben Tage angehalten hatte. In der Form des blauen Vajrapani ist er Sen-ge sgra-sgrog „der mit dem Gebrüll des unbesiegbaren Löwen“. Diesen Namen erhielt er, nachdem er seine Widersacher überwunden hatte. Guru Rinpoche, der „kostbare Guru“, ist nach der Trikaya-Lehre, der „Lehre von den Drei Körpern“, die irdische Erscheinungsform des Buddha Amitabha, im Nirmanakaya. Im mittleren Bereich des Golddachtempels befindet sich der Bodhisattva Avalokiteshvara, als Erscheinung des Mitgefühls im Samboghakaya des Amitabha. Avalokiteshvara wird in dieser Ebene von den beiden Bodhisattvas Manjushri und Vajrapani begleitet. Alle drei bilden zusammen die „Trias der Beschützer der Lehre“ und verkörpern Weisheit, Mitgefühl und Kraft. Den am höchsten gelegenen Raum im Palast nimmt Buddha Amitabha, der „Buddha des unendlichen Lichtglanzes“, ein. Hier befindet sich Amitabha im Dharmakaya. Der gesamte Tempelbau ist von einer roten Lichtstrahlung umgeben und von einem fünffarbigen Regenbogen überspannt. Außerhalb dieser Energiestrahlung schweben Dakinis, die von Padmasambhava für die Lehre verpflichtet wurden. Sie halten in ihren Händen Doppletrommel und Vajra. Unterhalb des vom Urozean umspülten Tempelberges, im irdischen Bereich, befindet sich in der Mitte eine Pforte vor der Rahu - der Planetengott - Beschützer und Vernichter, gleichzeitig als Wächter platziert ist. In der angrenzenden Landschaft in der auch die Rakshas hausen, erkennt man Bäume und Stupas als die Leichenstätten, wo menschliche Leichname von Geiern und Schakalen verzehrt werden, und in deren unmittelbaren Nähe Gläubige meditieren. Zwei kleine Tempel links und rechts, in denen Gottheiten residieren, gewähren den Meditierenden Zuflucht. Tempera und Gold auf Baumwollgewebe. Originale Seidensatin-Einfassung, mit Schutztuch. Tempera und Gold auf Baumwollgewebe. Originale Seidensatin-Einfassung, mit Schutztuch.
Bedeutende deutsche Privatsammlung, in den 1970er und 80er Jahren gesammelt, großteils bei Schoettle Ostasiatica, Stuttgart erworben
Publiziert: Thangka Kalender 1997, Windpferd Verlag, Monat Januar
Literatur: Gerd-Wolfgang Essen / Tsering Tashi Thingo; Padmasambhava - Leben und Wirken des Großen Tantrischen Meisters im Spiegel der tibetischen Kunst; DuMont Buchverlag, Köln, 1991: 25ff: Zangdok Palri, The Lotus Light Palace of Guru Rinpoche; Visions of the Buddhist Paradise in the sacred Kingdom of Bhutan; edited by Supawan Pui Lamsam, Kesang Choden, Tashi Wangchuck; Gatshel Publishing, Bangkok, 2012
Kleine Abriebe, Altersspuren, Wasserspuren

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