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Los 63

Die Weiße Tara - weibliche Gottheit des Mitgefühls

Schätzpreis:

1.500 € - 2.500 €

Zuschlagspreis:

7.000 €

Beschreibung:

und unendlichen Lebens
Ost-Tibet, Kham, Situ-Kagyü-Schule, 19. Jh.
33,5 x 23,2 (72 x 45) cm
In dieser liebreizenden Malerei ist die Sehnsucht nach ewiger Jugend oder nach Unsterblichkeit auf‘s Innigste ausgedrückt. Die klare Atmosphäre der Landschaft, und die Transparenz der Farben, geben der Stimmung, welche die Göttin umgibt, eine besondere Leichtigkeit. Ihr zart wirkendes, jugendliches Aussehen - das einer Sechzehnjährigen - ist sinnbildlich für ihr Wirken als „Göttin des langen Lebens“. Der Wunsch nach einem langen Leben entspringt der Hoffnung des Praktizierenden genügend Zeit zu haben um der Verwirklichung des Dharma, der spirituellen Verwirklichung, und der Erlangung der Buddhaschaft möglichst nahe zu kommen. Es ist damit auch das Anliegen verbunden, im Sinne des Bodhisattvagelübdes, möglichst vielen Wesen bei ihrer Verwirklichung behilflich zu sein. Tara ist voller Mitgefühl, davon zeugen Ihre sieben Augen - neben ihren beiden menschlichen Augen das dritte Auge auf der Stirn, und weitere vier auf Hand- und Fußflächen, mit denen sie mit klarsichtiger Weisheit einfühlsam auf alle Wesen in den sechs Daseinsbereichen schaut. Ihre rechte Hand zeigt die Geste mit der sie alle Wünsche gewährt. Die linke Hand zeigt die Geste der Argumentation, der Belehrung. Mit Letzterer formt sie mit Daumen und Ringfinger einen Kreis als Zeichen von Vereinigung von Weisheit und Methode. Die drei gestreckten Finger symbolisieren die drei Zufluchtsobjekte: Buddha, Dharma und Sangha. Der Kreis der durch Daumen und Ringfinger gebildet wird, steht für Leerheit. Die „Trias des Langen Lebens“ bildet sie, zusammen mit Buddha Amitayus und der Mutter aller Buddhas - Ushnishavijaya (hier nicht abgebildet!). Diesen drei Gottheiten gewidmeten Rituale zielen darauf ab, nicht nur das eigene Leben und das Anderer zu verlängern, sondern auch um lebensbedrohliche und geistige Hindernisse zu überwinden. Dies gilt in erster Linie für spirituelle Lehrer, aber auch Laien und Weltlichen. Aus diesem Grund wird oftmals von Praktizierenden ein Thangka mit der Darstellung der Weißen Tara in Auftrag gegeben, zum eigenen Nutzen oder um einem Lama oder Lehrer als Dankesgabe dargebracht zu werden. Innerhalb visionärer Wolken erscheint der „Buddha des Langen Lebens“ - Amitayus, in der Hand die goldene Amrita-Vase (Lebenswasser) haltend. Im unteren Bereich thront ein Patriarch der Situ-Kagyü-Schule, mit dem traditionellen roten Hut. Er zeigt die Geste des Lehrens und hält in seiner linken Hand das goldene Rad der Lehre. Tempera und Gold auf Baumwollgewebe, originale Seidensatin-Einfassung, mit Schutztuch.
Bedeutende deutsche Privatsammlung, in den 1970er und 80er Jahren gesammelt, großteils bei Schoettle Ostasiatica, Stuttgart erworben
Literatur: David P. Jackson, Patron and Painter; Situ Panchen and the Revival of the Encampment Style; Rubin Museum of Art; 2009
Minim. berieben, Alters- und kleine Wasserspuren

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