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Los 90

Tshe-ring-ma, die Berggöttin des langen Lebens und ihr Gefolge

Schätzpreis:

1.800 € - 2.500 €

Zuschlagspreis:

4.000 €

Beschreibung:

Bhutan, 18./ 19. Jh.
51 x 36,5 (108 x 61) cm
Zu den alten Gottheiten des tibetischen Buddhismus gehören eine große Zahl von tibetischen Berg- und Lokalgottheiten. Die Göttin Tshe-ring-ma gehört zusammen mit ihrem Gefolge in den grossen Kreis der Gottheiten um die Göttin Paldan Lhamo. lkonographisch erscheint die „Göttin des langen Lebens“ Tshe-ring-ma, zusammen mit vier weiteren Göttinnen, als Gruppe unter dem Namen ”die Fünf Schwestern des langen Lebens”. Als ursprüngliche Dämoninnen beabsichtigte Tshe-ring-ma mit ihrem Gefolge den Yogis zu schaden. Daraufhin wurden Tshe-ring-ma und ihre Begleiterinnen zweimal unterworfen und gebannt. Erstmals unter Padmasambhava und dann noch einmal unter Milarepa, wobei sie im letzteren Falle als Schutzgöttin der Yogis verpflichtet wurde. Guru Padmasambhava und der Dichter-Yogi Milarepa sind im oberen Bereich der Malerei präsent und begleiten den „Buddha des Langen Lebens“- Amitayus, der in ihrer Mitte erscheint. Die Buddhadakini Tshe-ring-ma, von weißer Farbe, reitet auf einer weißen Schneelöwin, und ist umschlossen von einem traditionellen bhutanischen Zelt. In ihrer rechten Hand hält sie den goldenen, fünfzackigen Vajra gegen den Himmel empor, der die Hindernisse des Lebens abzuwehren vermag. In ihrer linken Hand trägt sie das kostbare Gefäss mit dem Lebenswasser vor dem Herzen, das sie als „Langlebensgöttin“ ausweist. Sie ist mit der goldenen fünffachen Krone, die auf die Weisheiten der Fünf Tathagatas weist, angetan. Ihr Gesicht ist lieblich, und ihre Körperfarbe weiß. Reicher Goldschmuck und Seidenkleider zieren ihre Brust und Gliedmaßen, sowie ein weißes Schultertuch. Eine strahlende Aura und Gloriole umgeben ihre beeindruckende Gestalt. Tshe-ring-ma wird von nachstehenden „Schwestern“ begleitet. Die Göttin mLhing-gi zhal-bzang-mo, die Vajradakini von tiefblauer Farbe auf einem weiblichen Wildesel reitend. In der linken Hand hält sie den Spiegel, der die samsarische Welt als Täuschung zeigt, und in der rechten Hand schwingt sie den Weihepfeil mit einem Wimpel. Weiters, die Göttin Mi-gyo blo-bzang-ma, die Ratnadkini von gelber Farbe auf einer gestreiften Tigerin. In der linken Hand trägt sie eine goldene Schale mit den hundert kostbarsten Geschmacksarten, und in der rechten Hand einen Weihepfeil. Dann erscheint die Göttin Cod-pan mgrinbzang-ma, die Padmadakini von roter Farbe auf einer Hirschkuh reitend. In der rechten Hand trägt sie ein Buch (?) und in der linken Hand den Cintamani (Wunschedelstein). Als vierte Schwester tritt die Gottheit gTad-dkar ‘gro-bzang-ma als Karmadakini von grüner Farbe auf, die auf einem grünen weiblichen Drachen reitet. In der linken Hand trägt sie den Weihepfeil und in der rechten Hand ein Bündel mit Durvagras. Die fünf Gottheiten treten in der Ordnung des Mandalas, und deren fünf Farben auf, und sind mit den fünf Dakinis identisch. Das heisst, sie sind in ihrer Bedeutung den fünf Buddhadakinis des Tathagatamandalas gleichzusetzen. Sieben Opfergöttinnen, die Klangopfer und Ehrenzeichen mit sich führen, sind über die Zwischenräumen der üppigen Landschaft verteilt. Über dem weißen Zelt erscheint Shabdrung Ngawang Namgyel - der Staatsgründer, und 1. König von Bhutan, mit der goldenen Lebenswasservase in seiner linken Hand. Tempera und Gold auf Baumwollgewebe,
originale Seidensatin-Einfassung mit traditionellem Brokateinsatz (bija).
Bedeutende deutsche Privatsammlung, in den 1970er und 80er Jahren gesammelt, großteils bei Schoettle Ostasiatica, Stuttgart erworben
Literatur: Therese Tse Bartholomew and John Johnston, The Dragon’s Gift, The Sacred Arts of Bhutan; Serindia, 2008: 40, 42
Kleinere Altersspuren, etwas berieben, der über die ganze Malerei verteilte Fliegenschiss ist herkunftsbedingt, aufgrund der klimatischen Bedingungen

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