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Los 819

Wtewael, Joachim Antonisz. (Kreis-Werkstatt/Circle-Studio)

Schätzpreis:

8.000 € - 10.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Utrecht 1566 - 1638
79 x 63 cm
Ariadne auf Naxos. Öl/Lwd., doubl.
Sammlung Grzimek; Süddeutsche Privatsammlung. Lit.: Bosquet, Jacques; Malerei des Manierismus, Die Kunst Europas von 1520 - 1620, München 1985, S. 162 f. mit Abb.; Grzimek, Günther; Vom Aufgang der Neuzeit. Handbuch von Gemälden des europäischen Manierismus; Katalog der Sammlung Grzimek, S.32 f., Kat.-Abb. Nr. 1.
Günter Grzimek gibt in seinem Katalog neben Joachim Wtewael noch Cornelisz van Haarlem (1562 - 1638 ) als möglichen Autor an. Mit dem Vergleich aber des Gemäldes „Loth und seine Töchter“ aus der Sammlung H.C.Maasdijk (Den Haag) auf dem die „identische“ Figur als eine der Töchter Loths gegeben ist, scheidet van Haarlem aus. Die vergleichbare Auffassung einer androgynen, jugendlichen Aktfigur findet sich in zahlreichen Gemälden Wtewaels, so in der Figur des Sebastian im „Martyrium des hl. Sebastian“, Nelson-Atkins Museum, Kansas (RKD-Images 219798), oder in der Figur der Andromeda, Zeichnung „Perseus und Adromeda“, Grafische Sammlung Albertina, Wien. (RKD-Images 21384). Offensichtlich sind also Figurentypen aus dem Fundus der Werkstatt Wtewaels in ganz verschiedene Kompositionen und ikonographische Themen eingebaut worden. Ob unsere „Ariadne auf Naxos“ (von wem stammt wohl der Titel, ebensogut eine schlummernde Venus oder Danae? Oder eben eine der Töchter Lohts) als solistische Figur gedacht war oder als Vorlage für eine größere Komposition, bleibt unklar.
Das RKD gibt in seiner Beurteilung des Gemäldes „Loth und…“ aus der Sammlung Maasdijk, heute Central Museum Utrecht, „ Naar Wtewael „ (18e euw? ) an, wobei unklar ist, ob dieses „Naar“ (nach) sich auf ein bestimmtes Gemälde Wtewaels oder auf seine Stilistik allgemein bezieht ( RKD -Images 46577). Im Katalog: Old Master Paintings. An illustrated summary catalogue. (Rijksdienst voor Beeldende Kunst) 1992, wird das Gemälde „Loth und…“ noch als Joachim Wtewael geführt.