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Los 89

Avalokiteshvara Shadakshari umgeben von narrativen Szenen

Schätzpreis:

1.500 € - 2.500 €

Zuschlagspreis:

Beschreibung:

Nepal, Solu-Khumbu, Sherpa-Tradition, 19. Jh.
63,7 x 51,8 cm, R.
Dieses höchst lebendige und inhaltsreiche Thangka lässt seine Erzählung nicht zuordnen, da keinerlei (sichtbare) Inschriften vorhanden sind die einen Hinweis auf den Inhalt geben könnten. Im Zentrum der Malerei ist Avalokiteshvara Shadakshari abgebildet. In seiner vierarmigen Form, als Shadakshari, wirkt Avalokiteshvara in die sechs verschiedenen Seinsbereiche hinein, den Welten der sechs Möglichkeiten einer Wiedergeburt (bhavacakra). Im Schmuckkörper des Samboghakaya, als aktive, tätige Weisheit des Buddha Amitabha, zeigt Shadakshari sich in königlicher Erscheinung, kostbar gewandet und geschmückt. Jedes sichtbare Teil seiner Erscheinung ist ein Zeichen seiner vielfältigen Tugenden. So steht sinnbildlich sein sechsfacher Schmuck für Hingabe, Sittlichkeit, Geduld, Stärke, Versenkung, und Einsicht (prajna). Die Emanation als Shadakshari Avalokiteshvara verfügt über vier Arme. Das erste Händepaar, das er vor der Brust zusammengelegt hat, symbolisiert die Anrufung aller Buddhas, und seine Achtung aller Lebewesen. Sie sind aber auch zum Zeichen der Leerheit geformt, Symbol der Aufhebung der Dualität. Das zweite Händepaar ist nach außen geöffnet, die rechte Hand hält eine Gebetsschnur (mala, hier kaum sichtbar!) mit 108 Perlen - Sinnbild ewig währenden Mitgefühls. Die linke Hand hält eine Lotosblüte, Symbol der Reinheit, Weisheit und des klaren Bewusstseins. Von der Schulter herab hängt ein Gazellenfell, unterhalb der Brust verknotet, als Zeichen seines Mitgefühls auch für die Tiere. Avalokiteshvaras Körper ist von weißer Farbe und frei von allen Befleckungen der "Sechs Welten". Dass er nur ein Gesicht hat bedeutet die Gleichheit aller Dinge; das Lächeln seines Mundes bringt seine unbegrenzte Barmherzigkeit und Güte zum Ausdruck. Seine offenen Augen sind stets wachsam und gegenwärtig. Shadkshari sitzt im Diamantsitz auf einer Mondscheibe, die Fußsohlen nach oben gewandt, das bedeutet die vollkommene Manifestation von Mitgefühl und Shunyata - frei sein von kosmischer Schwere. In der Mitte der Malerei, am oberen Rand, zwischen Wolken und Gletscherbergen, erscheint der „Buddha des Ewigen Lichtglanzes“ - Amitabha, von ikonographisch roter Farbe. Sein Buddhafeld ist das Westliche Paradies Shukhavati. Es ist das Ziel eines jeden buddhistischen Gläubigen dort wiedergeboren zu werden, weil es von allen Buddhasphären am leichtesten zu erreichen ist. Dort ist der Gläubige frei von Hemmnissen, und er vermag die Lehre des Buddha Amitabha selbst zu hören, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, und unterstützt von seinem Bodhisattva-Gefolge aktiv zum Wohle aller Wesen der Erleuchtung entgegenzustreben. In gewisserweise kann diese Malerei, ohne als solches ausgewiesen zu sein, als ein „Rad des Lebens“ wahrgenommen werden, zeigt es doch die verschiedensten Aspekte des Lebens: Alltagsszenen, Jagdszenen, Melken eines Tieres, aber auch Jugend, Alter und Tod. Das rechte Drittel der Malerei wird von einem mehrstöckigen Bauwerk dominiert, mit zahlreichen Räumen und Balustraden, in und auf denen sich vielfältiges Leben abspielt. In der oberen linken Ecke befindet sich hinter einem Gletscherberg ein weißer Begräbnis-Stupa, und rechts erscheint die blaufarbene Gottheit Acala auf einem Sonnenlotos, mit dem Schwert der Erkenntnis in der rechten Hand. Er gilt als feindeabwehrender Schützer, Bewahrer der Lehre und als aktiv zornvoller Aspekt des „Bodhisattva der Weisheit“ - Manjushri. Tempera auf Baumwollgewebe, gerahmt.
Ehemals aus einer alten deutschen Privatsammlung, vor 2007 erworben
Berieben, minim. Alterssch.

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