Mouseover Zoom loading...

Los 395

Feiner und seltener 'Fahua'-Schultertopf mit Durchbruch

Schätzpreis:

3.000 € - 5.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

China, Ming-Dynastie, spätes15./ frühes 16. Jh.
H. 32,6 cm
Der eiförmige Körper mit kurzem, tailliertem Hals besteht aus zwei Wänden, die am Hals in eine einzige übergehen, wobei die äußere um die Mitte herum mit einer reliefierten figürlichen Szene vor einem durchbrochenen Hintergrund verziert ist. Shou Lao, der Gott der Unsterblichkeit, mit hoher Stirn, sitzt auf einem Felsen, hält einen Kürbis in der linken Hand und trägt ein türkisfarbenes und grün glasiertes Gewand; hinter ihm liegt ein gelb glasierter Hirsch, und zu seiner Rechten steht ein rauchendes Weihrauchgefäß in blasser Aubergine. Von rechts nähern sich die Acht Unsterblichen, angeführt von Li Tieguai, der einen Kürbis und eine Krücke hält, die teilweise in Biskuit oder in blassem Purpur und Gelb glasiert sind; He Xiangu in einem ähnlichen glasierten Gewand, der eine Lotusblume ergreift, und Zhongli Quan mit einem weit geöffneten Gewand, das teilweise in Biskuit ist. Die übrigen fünf folgen ihm: Zhang Goulao, der eine Bambusrohrtrommel hält, und Han Xiangzi, der eine Flöte spielt, alle in ähnlichen glasierten Gewändern in blassem Purpur und Gelb. Cao Guoqiu hält einen Klöppel, Lü Dongbin trägt ein Schwert auf dem Rücken, und Lan Caihe schließlich trägt einen Blumenkorb. Das Ganze ist auf einem durchbrochenen, ungleichmäßig horizontal gestreiften, türkis glasierten Grund mit gelben und blassviolett glasierten Details dargestellt. Um den Fuß herum befindet sich eine durchbrochene Blütenpaneel-Bordüre mit Blattmotiven in Violett, Biskuit und Gelb, und um die Schulter herum eine durchbrochene Pfingstrosen-Bordüre mit großen Blüten, die in Aubergine, Gelb und teilweise in Biskuit zwischen Blättern in Türkis und Violett berührt werden, mit einem eingeschnittenen Band aus spiralförmigen Lappen in Aubergine und glasiertem Biskuit darüber, sowie Wolkenmotiven in Schlupfrelief, glasiert in Aubergine und Gelb am Hals, alles auf einem türkis glasierten Grund. Der Rand ist mit grüner Glasur ausgekleidet und die Innenseite ist tiefgrün glasiert. Der Sockel hat einen sehr niedrigen, abgerundeten Fußring und ist mit einer dünnen Schicht grüner Glasur überwischt.
Sammlung Jürgen L. Fischer (- 2013), Baden-Baden, erworben von Koller Zürich, 15.5.1987, Lot 412
Der renommierte Sammler von chinesischem Porzellan Jürgen L. Fischer lebte in Ascona im Schweizer Kanton Tessin am Lago Maggiore und in seinem Schloss bei Baden-Baden, Deutschland. Der große Umfang der Sammlung ist vor allem dem Vermögen der Familie zu verdanken, das der Apotheker August Fischer mit seiner revolutionären Erfindung - dem 1932 entwickelten, weltweit ersten Klebstoff aus synthetischem Harz, dem berühmten „Uhu Alleskleber“ - erwirtschaftete. Jürgen L. Fischer lebte bis 2013 und war ein leidenschaftlicher Sammler von chinesischem Porzellan, dessen erstaunlicher Geschmack ein breites Spektrum von Typen umfasste
Veröffentlicht: Koller Zuerich, Auktion 15. /16.5.1987, Lot 412, illustrierte Tafel I Jürgen L. Fischer 'Chinesische Kunst', München 1997, S. 141
Ein sehr ähnlicher Schultertopf, möglicherweise aus der gleichen Werkstatt, aus der Sammlung von Anthony de Rothschild (1887-1961) ist veröffentlicht in R. Krahl 'The Anthiny de Rothschild Collection of Chinese Ceramics', Volume One, Eranda Foundation, 1996, Nr. 82, S. 146 und 147. Verschiedene Gefäße dieses Typs sind bekannt; siehe 'The 15th Anniversary Catalogue', Idemitsu Museum of Art, Tokyo, 1981 Nr. 892 und veröffentlicht in Idemitsu Bijutsukan zhin zuroku. Chugoku toji 'Chinese Ceramics in the Idemitsu Collection', Vol. 3, Tokyo, 1987, Nr. 683; René-Yvon Lefebvre d'Argencé 'Chinese Ceramics in the Avery Brundage Collection', San Francisco, 1967, pl. LXA; R.L. Hobson und A.L. Hetherington „The Art of the Chinese Potter“, London 1923, Taf. CXI, aus der Sammlung Eumorfopoulos und jetzt in der City Art Gallery, Bristol - Teilweise Restaurierung um den Korpus und den Hals