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Los 687

Langmesser "sewar," "piso golok taka"

Schätzpreis:

2.000 € - 3.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Nord-Sumatra, Karo-Batak, frühes 19. Jh.
L. 53 cm
Stahl, Holz, Horn, Buntmetall. Dieses elegante lange Prestige-Messer veranschaulicht die fließenden Übergänge zwischen den im zentral- und nordsumatranischen Hochland üblichen Formen von Klingenobjekten. Während die glatte zweischalige Holzscheide mit den schön komponierten Gelbmetall- und suasa-Bändern und dem „Auge“ am verbreiterten Mundstück typisch für Karo-Arbeiten ist, sind die Klinge und der honigfarbene Büffelhorn-Griff eine verlängerte Version des süd- und zentral-sumatranischen sewar. Die Klinge mit dem integral geschmiedeten, durch präzise Feilarbeit plastisch ausgestalteten Hals ist aus fehlerfreiem Raffinierstahl und zeugt von hochstehender Schmiedetechnik. Typisch für Karo-Klingen ist die verlängerte Fehlschärfe, die wohl nachträglich appliziert wurde, während der Griffhals mit der „Krone“ an Klingen aus Aceh erinnert.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt
Die Waffe, die eine sehr hochwertige Anmutung hat und sich sehr angenehm in die Hand schmiegt, wurde im padang’schen Hochland erworben und ist definitiv noch dem mittleren 19. Jahrhundert zuzuweisen. Da die Scheide den deutlichsten Hinweis auf den letzten Träger gibt, dürfte hier eine Minangkabau-Klinge wohl in den Besitz eines Karo-Batak gelangt sein. Die Karo sind die zweitgrößte Batak-Ethnie. Es gibt sechs verschiedene Batak-Sprachen (Angkola, Mandailing, Toba, Pakpak, Simalungun und Karo). Alle haben ein eigenes Alphabet und einen eigenen Lautbestand mit eigenen korrespondierenden Schriftzeichen. Jede der sechs Sprachen verfügt über eigene Schriften, die sich aus einer altindischen Lautschrift herleiten lassen. Die soziale Struktur wird hauptsächlich von einer komplizierten Clan-Kultur bestimmt. Wesentliches Element ist dabei die marga (Clan), dessen Name von den meisten Batak heute wie ein Nachname geführt wird. So sind zum Beispiel Ehen von Mitgliedern derselben marga streng verboten, auch wenn die betroffenen Personen nur weitläufig miteinander verwandt sind. Auch verheiratete Frauen tragen weiterhin den Namen ihrer Geburts-marga mit dem Vorsatz boru und nehmen nicht den Nachnamen ihres Ehemannes an. Messer dieser Art sind bei Hochzeiten zwischen sozial Höhergestellten gängige und wichtige Geschenke zwischen Brauteltern