Los 689
Medizinbehälter "naga barsarang"
Schätzpreis:
1.500 € - 2.500 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Indonesien, Sumatra Nord, Toba-Batak, 19./frühes 20. Jh.L. 53 cm
Horn. Holz. Ein großes, altes Zauberhorn mit starker Patina. Die Oberfläche zeigt eine starke Patina, die auf Benutzung hindeutet. Das Horn bzw. der Korpus zeigt das für Büffelhörner typische geriffelte Profil, der hölzerne Deckel ist passgenau eingesetzt. Am Ende des Horns sitzt die typische Ahnenfigur, auf dem hochgeschwungenen Nacken des singa sind drei hockende (Ahnen-)figuren in Reihung gruppiert. Das Maul des singa sitzt auf dem Kopf einer weiteren Ahnenfigur auf, die ihre Hände um die Knie gelegt hat. Dieses Motiv hat - zumindest direkt - nichts mit Gefressen-Werden zu tun, wie es auf Anhieb erscheint, sondern symbolisiert Schutz und vor allem erfolgte Übergangsriten, denn der singa verkörpert die Unter- bzw. Jenseitswelt. Da alles Leben durch drei Weltebenen Unter-, Mittel- und (nach den entsprechenden Übergangsritualen) Oberwelt geht, steht das Maul bzw. der Leib des singa für die Erde, die alles Leben transformiert und erneuert.
Die Ähnlichkeit des singa zu Pferden ist mal mehr-, mal weniger ausgeprägt, aber stets vorhanden. Die Batak sind bzw. waren früher leidenschaftliche Reiter und haben auch eigene Pferderassen. Das Reiten und die Pferdezucht wurde bereits aus den austronesischen Ursprungsgebieten in der frühen Metallzeit von den Vorfahren der Batak nach Sumatra mitgebracht. In der Schutz- und Ahnengottheit singa fließt darstellerisch das Pferd, der indische naga und teilweise der chinesische Drache ein; das Gesicht hat meist anthropomorphe Züge, wobei der untere Teil oft einen frontalen Menschenmund und ein unten liegendes Tiermaul zusammenführt.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt - Leichte Gebrauchsspuren, die Trageschnur, die Deckel und Korpus verbindet, ist erneuert


