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Los 658

Medizinbehälter "naga marsarang" (borsarang)

Schätzpreis:

2.000 € - 3.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Wahrscheinlich Karo-Batak, 19. Jh.
L. ca. 19 cm
Horn. Ein extrem fein gearbeitetes Medizin-Horn aus dem Horn des Wasserbüffels kerabau, dessen Deckel nicht mehr vorhanden ist. Es ist dem 19. Jahrhundert zuzuweisen. Die Machart erinnert an feine Pulverhörner der Karo-Batak; es kann von einem Spezialisten aus dieser „Branche“ gefertigt sein. Das zentrale Motiv des mythischen Ur-Wesens singa schmückt das Trageelement, welches zur Befestigung einer Tragekordel oder Kette diente. Es ist präzise eingezapft, was auch für das erhabene Heckteil gilt. Das Hinterteil kann als stilisierter Nashornvogel interpretiert werden und erinnert an die Dekorformen der Särge pelangkah für die höchste gesellschaftliche Klasse. Die gesamte Oberfläche ist mit geometrischen Ornamenten in feinem Kerbschnitt versehen. Diese nehmen das Motiv des stilisierten Nashornvogels teilweise wieder auf. Dies ist eines der feinsten bekannten „Zauberhörner“, welches die Dekorformen der Batak-Kunst in bester Form zusammenführt. Es kann angenommen werden, dass dieser Typus ursprünglich auf chinesische Vorbilder zurückgeht, wo fein geschnitzte Pulverhörner speziell seit der Ming-Zeit hergestellt werden.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt - Kurzer altersbedingter Materialriss, Holzdeckel best.
Medizinhörner kennt man vor allem bei den Toba-Batak. Bei den Karo, die seit langen zumindest in Teilen muslimisch sind, sind diese gleichfalls bekannt, jedoch seltener und oft viel kleiner. Sie sind filigraner und eleganter als die mächtigen Toba-Hörner, da gemäß der muslimischen Maßgabe der Ablehnung von „Aberglaube“ und Objektkult die magischen Schutzobjekte anders beschaffen sind; auch sind die Hörner eher als Schmuckstücke und Amulette denn als wirkliche Behälter aufzufassen