Los 697
Schwert "surik"
Schätzpreis:
3.000 € - 5.000 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Indonesien Ost-, Timor, Zentral-, Atoin Meto, spätes 19. / frühes 20. Jh.L. 108,5 cm
Stahl, Horn, Holz, Haare (Pferd), Rattan. Ein sehr großer, eindrucksvoller surik aus Timor. Schwerter dieser Art spielen bei den Tetum und Atoni (Atoin Meto) eine große Rolle, sowohl als Waffen als auch als Prestigeobjekte. Der Begriff surik leitet sich von sanskr. curiga, „Schwert, ab, andere Derivate des Begriffs sind corik oder sonri. Die mächtige, leicht gebogene Klinge verbreitert sich nach vorn und hat eine lange, abrupt zur Schneide hinabgezogene Spitze. Sie zeigt an den Flanke Hammerspuren und ist aus hochwertigem, importiertem Stahl geschmiedet. Der große, abstrakt gestaltete Horngriff mit der langen Metallzwinge zeigt das zentrale „Auge“, das die Ableitung von einem mythischen Ur-Wesen reminisziert, das als Kulturbringer in der Mythologie wichtig ist. Dieses Konzept lässt sich bis weit ins erste Jahrtausend hinein nachweisen und stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Südindien; in Ceylon haben sich realistische „Tier-Knäufe“ (makkara) bis heute gehalten. Der abgeschrägte Rand ist mit einem Reliefband verziert. Dieses Schwert ist auf Gebrauch ausgelegt und eine ernstzunehmende Waffe, wie sie - leider - noch bei jüngeren ethnischen Konflikten mit verheerendem Effekt zum Einsatz kam. Der verdickte Scheidenmund der mit Rattanbändern gebundenen zweiteiligen Holzscheide zeigt ein abstrahiertes Ideal-Dorf, oder aber einen Weltenbaum mit Kopfmotiven. Diese Interpretationen scheinen widersprüchlich, sind aber thematisch sinnverwandt (Verbildlichung eines Ursprungsmythos). Vereinfachend wird er auch als „Schildkröte“ interpretiert. Dies hängt damit zusammen, dass die Adigen, maramba als eines ihrer Hauptinsignien die Schildkröte führten, in der althergebrachten Symbolik Träger der Mittelwelt und Symbol für die soziale Ordnung. Die wesentliche soziale Basis des rituellen Kriegertums vor allem mit Kopfjagd in Verbindung mit Übergangsritualen, der Megalith-Setzungen und elaborierten Hauskonstruktionen ist eine hierarchische Gesellschaftsordnung und ein stringentes Clan-Bewusstsein. Die Kunst der Atoin / Atoni ist tendenziell dual, bzw. „zweipolig“ und axial ausgelegt, entsprechend der Kosmologie. Bestimmende Motive sind hierbei das Krokodil und die Schildkröte, jeweils in abstrahierter Form. Der Scheidenfuss ist abgerundet und prägnant verdickt.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt
Auf Timor obliegt dem spezialisierten Krieger oder Vorkämpfer, meo, die Aufgabe, die ritualisierte Kriegsführung und das Nehmen von Leben gemäss dem adat zu organisieren und zu moderieren. Meo war ein besonderer Kriegerstand auf Timor, sowohl bei den Tetum als auch den Atoni. Sein wichtigstes Symbol ist der surik


