Los 731
Seelenschiff aus Holz
Schätzpreis:
1.500 € - 2.500 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Tanimbar, Indonesien, Ost-, Alfuren, frühes 20. Jh.H. 71,5 cm, L. 80 cm
Holz (Mangrove). Sehr seltenes Ahnen- oder Votivboot aus Ost-Indonesien, wahrscheinlich von der Insel Tanimbar, stellt eine stehende Figur in einem hochbordigen Schiff oder Boot dar. Die Figur ist stilisiert dargestellt und mittels eines Zapfens in das Deck eingelassen. Es erscheint möglich, dass sie für weitere Bearbeitung vorgesehen war. Der Kopf ist durch Sägeschnitte grob vorgearbeitet, man erkennt noch gut die natürliche Wuchsform des verwendeten Stammes. Das Boot ist bereits geglättet und hat durch Kerbschnitt verzierte Steven im Stil der Schiffe von Tamimbar und anderer ostindonesischer Inseln.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt
Die Tanimbar-Inselgruppe besteht aus 30 Inseln in der Maluku Tenggara kabupaten (Regentschaft), Maluku provinsi (“province”), in Ost-Indonesien Die Inseln liegen zwischen der Banda- und der Arafura-See. Früher war das Gebiet bewaldet, mit dichten Mangrovenwäldern, die den Einheimischen guten Schutz gegen Angreifer boten. Die Molukken wurden schon vor Zehntausenden von Jahren besiedelt. Zwischen 10.000 und 2000 v. Chr. erreichte die austronesische Expansion die Inseln. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Malaien und daneben kleineren Volksgruppen mit melanesischen und papuanischen Wurzeln, die früher mit dem Sammelbegriff Alfuren bezeichnet wurden. Der seit Jahrtausenden bekannte und für den Archipel namengebende Handel mit Gewürzen wurde bereits von den Ureinwohnern betrieben. Dabei tauschten die Bewohner der kleineren vulkanischen Inseln Muskatnuss und Nelken gegen Palmsago von den größeren Inseln, wie Halmahera und Seram. Der schon in der griechischen und römischen Zeit, vor allem aber der von Arabern und Europäern in der „Kolonialzeit“ betriebene Gewürzhandel rückte die Molukken in den Fokus des internationalen Interesses. Den mittelalterlichen Arabern und Indern folgten Portugiesen, Spanier (16. Jh.) und dann Holländer und Engländer (17. Jh. und später) als Monopolisten


