Los 684
Seltene Kriegskappe
Schätzpreis:
300 € - 500 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Indonesien, Ost-, Maluku, Ambon oder Seram, evtl. Ost-Sulawesi, vielleicht Kultur der Alfuren, 19. Jh.H. 20 cm
Runde Kriegskappe, aus Rattan geflochten und mit kreuzweise gelegten und verkitteten Palmfasern (Areka) gepolstert, die Oberfläche mit Haut bezogen (?) und schwarzer Farbe überfasst. Angedeuteter Helmkamm mit Naht, evtl. in Anlehnung an europäische Helme, die im 17. Jh. in Ostindonesien ankamen und eigene Stile begründeten. Der Helm hat einen verstärkten gewulsteten Rand. Ähnliche kappenartige Helme kennt man von den Toraja, diese sind allerdings meist mit einer Schuppenverstärkung versehen.
Aus einer bedeutenden süddeutschen Privatsammlung, ab 1975 erworben
Helme dieser Art waren in weiten Teilen Ost-Indonesiens üblich und boten wegen der dämpfenden Wirkung der Fasern guten Schutz gegen Schwerthiebe und schwache Bögen bzw. Pfeile; gegen Feuerwaffen sind sie naturgemäß wirkungslos. Meist boten Schilde und Helme den einzigen Körperschutz.
Die traditionelle Kriegsführung in Südostasien ähnelte der in vorrömischen Stammesgesellschaften Europas. Kämpfe wurden oft als ritualisierte "champion"-Einzelkämpfe oder Stellvertreter-Duelle ausgetragen, um Ressourcen und Leben zu schonen. Oft waren gut bezahlte erfahrene Kämpfer, die von den Dörfern ausgehalten wurden, damit betraut, Konflikte durch öffentliche Zweikämpfe beizulegen. Diese mussten nicht zwingend tödlich enden. Bei den Raubzügen mit Kopfnahme hingegen, die auf dem Molukken teilweise große Ausmasse annahmen, waren regelrechte Kriegszüge üblich. Helme bzw. "war hats" wurden bei erfolgreichen Kriegern oft mit einer speziellen Emblematik versehen, die die Verdienste erkennbar machte - Alterssch., Kern teilweise aufgefasert


