Los 720
Tanzmaske aus Holz '' nwantantay''
Schätzpreis:
500 € - 800 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Afrika, Burkina Faso oder Mali, BwaH. 150 cm
Flache, brettartige Tanzmaske mit hohem Aufsatz auf dem Kopfteil, manschettenartiger ovaler Aufsatz für das Gesicht, Frontseite gestalterisch dreifach gegliedert. Das Mittelteil ist rechteckig, die Basis, die dem Gesicht beim Tanz vorgehalten wird, ist gerundet, das obere Ende läuft gabelartig in zwei Spitzen aus. Farbig in geometrischen Formen in Schwarz, Weiß und mit einigen dunkelroten Elementen gefasst. Rückseite flächig mit Schachbrettmuster in Schwarzweiß. Holzmasken dieser Art stammen ursprünglich aus der Nuna-Religion. Sie repräsentieren mit der meist polychromen Bemalung den Gott Lanle, der bei den Ritualen in diesen Masken präsent ist. Nwantantay-Masken können jedoch unterschiedliche Wesenheiten verkörpern. Zum Beispiel hat eine Schmetterlingsmaske Kreismotive, eine Falkenmaske hat eine weiße Oberfläche. Es gibt auch Affen- Schlangen- und Büffelmasken. Die Maskentänze werden üblicherweise in der Trockenzeit zwischen Februar und Mai durchgeführt. Neben der Maskenherstellung sind die Bwa bekannt für ihre sorgfältig auf Holz gefertigten Musikinstrumente, vor allem Flöten und Trommeln. Bei den nördlichen Bwa vertreten die Masken nwantantay die Gottheit Dwo. Die Schöpfergottheit der Bwa heißt Wuro, der die Welt im Rahmen eines wechselnd stabilen Gleichgewichts (Dualismus) geschaffen hat. Wuro, so die Überlieferung, wurde einst von einem Menschen beleidigt, und als Antwort sendete er seinen ältesten Sohn, Dwo, als Vermittler. Wuros Söhne sind Dwo, Gott der Erneuerung und Wiedergeburt, Soxo, der Gott der Natur und Kwere, der Gott von Wetter und Blitz. In den Boni-Bwa-Brettmasken werden diese Wesenheiten und mythische Urzeitgeschehnisse dargestellt und nachgespielt. Die Bwa oder Bwaba sind neben der kunstvollen Narbentatauierung besonders für elaborierte Tanzmasken (wie die vorliegende) bekannt. Von den Bwa-Masken ist die nwantantay wohl die bekannteste. Meist sind sie aus Holz, aber auch Bronzeguss findet Verwendung. Schmiede nehmen eine hohe Stellung in der Bwa-Gesellschaft ein; das Metallhandwerk ist dementsprechend hoch entwickelt. Das Siedlungsgebiet der Bwa, Bwamu, liegt in den westafrikanischen Staaten Burkina Faso und Mali. Die Bezeichnung Bobo wurde und wird benutzt, um sowohl die Bwaba als auch die Ethnie der Bobo oder auch beide beide zusammenfassend zu benennen.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung, erworben in den 1980er Jahren - Partiell Gebrauchsspuren und kleine Best.


