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Los 721

Tanzmaske "hudoq"

Schätzpreis:

2.000 € - 3.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Indonesien, Borneo / Kalimantan, Ost-, Kajan- oder Bahau-Dayak, frühes 20 Jh.
H. 62 cm, B. 62 cm, T. ca. 32 cm
Holz, Pigmente. Herausragende alte Tanzmaske aus Borneo. Masken dieser Art, hudo oder hudoq genannt, sind typisch für die traditionellen Dayak-Kulturen Borneos. Sie finden Verwendung bei den gawaii (Festivals) der Dayak, die als landwirtschaftliches Festival jedes Jahr im September und Oktober stattfindet. Diese aus leichtem Holz geschnitzte Maske stellt einen Walddämon als feindlichen Krieger mit Ohrpflöcken dar. Die Ohren sind mit Holzdübeln eingesteckt. Augen und Mund sind aus dem Holzkörper herausgeschnitzt, die Nase ist im vorderen Bereich angesetzt. Die Augen sind als Spiralen gestaltet - ein Element, welches auf immense magische Kräfte hindeutet. Als farbliche Gestaltung lassen sich sowohl weiße als auch blaue Pigmente erkennen. Mund und Augenumrandung sind mit roten Pigmenten gestaltet. Bei unterschiedlichen Gelegenheiten werden Maskentänze abgehalten, wobei eine Partei die bösen Geister (Wald, Wildnis, Unwetter) darstellt und die andere die guten Götter wie Regen- und Wachstumsgötter. Diese „Schreckmasken“ stellen meist Wald- und Vegetationsgötter dar, die bei bäuerlichen Fruchtbarkeitsfesten getragen oder an der Dorfsäule befestigt wurden. Nach traditionellem Glauben verkörpern hudoq („Gesichter“) vor allem dreizehn namentlich bekannte Schädlinge, die die Ernte zerstören, darunter Ratten, Löwen und Krähen, für die es jeweils Masken gibt. Die maskierten Tänzer betreten die Dörfer als personifizierte Geister, um die Ernte durch den magischen Tanz zu schützen. Während des Festes treten zunächst Masken auf, die die "Schädlinge" oder Feinde darstellen. Der Tanz findet seinen Höhepunkt mit zwei auftretenden aso- (Drachen-) und Nashornvogel-hudoq, den Schutzgeistern der Dörfer, die als Krieger die Schädlinge jagen. Während des Festes rufen die manang, Schamanen, die Götter von Apulagan, der Anderswelt, an, um eine reiche Ernte und Glück zu sichern.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt
Masken dieser Art, hudo oder hudoq genannt, sind typisch für die traditionellen Dayak-Kulturen Borneos. Sie finden Verwendung bei den gawaii (Erntefesten) der Dayak. Hudoq-Masken werden jedoch auch bei zahlreichen anderen Darbietungen und Festivals und Zeremonien getragen, die Benutzung variiert von Region zu Region. In West-Borneo werden sie auch bei Hochzeitszeremonien und Beschneidungen getragen. Grundsätzlich ist ihr Zweck stets, die unheilvollen Geister zu verjagen. Unter den Kajan und Kenyah (denen diese Maske zuzuordnen ist) werden sie vor allem mit den Reis-Festivals in Verbindung gebracht, in Süd-Borneo, dem Bereich der Ngadju-Dayak, firmieren sie auch bei Bestattungszeremonien. Diese Masken wurden stets von männlichen Tänzern getragen. Als Bekleidung werden hierzu ergänzend Bananenblätter in Streifen geschnitten und zu Umhängen verarbeitet, die die Identität der Tänzer verhüllen. Die Dayak sind die indigene Bevölkerung Borneos. Zu den Dayak werden dutzende verschiedene Volksgruppen gezählt, die sich in Sprache, Kultur und Lebensweise teilweise gravierend voneinander unterscheiden. Die Dayak gehören zu den kriegerischen austronesischen Völkern, die aus dem südchinesischen Raum kommend, seit Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. Südostasien besiedelten. Die meisten Dayak-Volksgruppen sprechen eigene Sprachen, diese gehören jedoch alle zum malayo-polynesischen Zweig der austronesischen Sprachfamilie.