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Los 719

Zwei Matten "tampan"

Schätzpreis:

1.500 € - 2.500 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Sumatra, Süd-, Lampung, frühes 20. Jh.
67 x 83 / 62 x 76 cm
Bambus, Pigmente. Zwei tampan-Matten aus dem südlichen Sumatra, die in einer sehr alten Tradition stehen. Sie bestehen aus Bambusleisten, die durchbohrt und von Pflanzenfasern zusammengehalten sind. In dem zentralen Boot der oberen Matte sitzt ein großer Vogel (Garuda), der die Oberwelt verkörpert. Die kleineren Vögel symbolisieren Ahnengeister. Der untere tampan zeigt ein großes zentrales Boot, welches einen Lebensbaum trägt. Vorbild für diesen Lebensbaum war wahrscheinlich die europäische Fichte. Menschliche Figuren symbolisieren die Vorfahren.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt - Minim. Gebrauchsspuren
Die Matten und Schiffstücher aus Lampung sind weltberühmt. Sie gehören sicher zu den eindrucksvollsten bildlichen Darstellung Indonesiens, werden aber seit über 100 Jahren nicht mehr hergestellt. Sie zeigen meist ein oder mehrere Schiffe, stilisierte Menschenfiguren, Tiere wie Elefanten, Büffel etc., auf denen Menschen reiten, Naga (mythische Drachenschlangen) und Lebensbäume. Man verwendet diese Matten und Tücher nicht nur bei Totenfeiern, sondern auch bei Beschneidungs- und Hochzeitszeremonien und bei anderen wichtigen Anlässen.
Seelenboote sind ein immens wichtiges Motiv in ganz Indonesien. Die älteste Darstellung eines Seelenbootes befindet sich auf einer Trommel der Don-Son-Kultur (ca. 800 v.u.Z. bis 200 u.Z.), die in Nordvietnam an der Grenze zur chinesischen Provinz Yunnan gefunden wurde. Das Gebiet beherbergt zwar große Flüsse wie den Mekong, liegt jedoch weit von Meer entfernt. Man weiß, dass die Menschen dieser Kultur, die auf Indonesien einen großen Einfluss ausgeübt hat, ihre Toten in bootsförmigen Särgen bestatteten. Noch heute findet man auf den Gräbern der Jarai im zentralen Hochland von Vietnam große, reich beschnitzte Darstellungen von Seelenbooten die die Seelen nach dem Tod in eine andere Welt geleiten. Für die Indonesier, deren Vorfahren auf Booten auf die Inseln des Archipels übersetzten, haben diese Ahnenboote also eine tiefe doppelte Bedeutung. So sehen die Toraja auf Sulawesi in ihren tongkonan (Häuser) auch eine Art von Schiff. Man sagt: „Wir sind in Schiffen gekommen und verlassen diese Welt auch wieder in einem Schiff.“. Es gibt an den Küsten des südostasiatischen Festlands simmer noch Boote mit hohem Steven und Bug, die den Häusern der Toraja, Batak und anderer Alt-Ethnien auffallen ähneln