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Los 683

adu, Effigie aus Nias

Schätzpreis:

400 € - 600 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Nias, West-Indonesien, Kulter Ono Niha
H. 35,6 cm (o.S.)
Phallische Figur, die wie zahlreiche Plastiken aus Nias ohne Arme auskommt. Die Figur steht mit leicht angewinkelten Knien auf einem annähernd quadratischen Sockel. Sehr typisch für nasische Plastik sind die starken, durch eine Querrille akzentuierten Knie. Gut erkennbar ist auch der kalabubu-Halsreif, der mit erfolgreichem Kriegertum in Verbindung gebracht wird. Er ist Kennzeichen des niasischen Kriegeradels. Mittelhartes, helles Holz.
Aus einer bedeutenden süddeutschen Privatsammlung, ab 1975 gesammelt
Die Niaser sind hierarchisch organisiert; neben Freien und Adligen gab es früher Unfreie bzw. Sklaven (Schuldner, Kriegsgefangene). Diese geschnitzte Plastik mit stilisierter tuwu-Krone stellt eine Ahnenfigur, dar; sie ist eine kleinere Version der monumentalen Statuen, die in den Häusern der Häuptlinge den Vorsitz bei Urteilen, Prozessen und Hinrichtungen wegen verschiedener Übertretungen führen. Die tuwu ist meist von dreieckiger Form; sie geht symbolisch auf den Weltenbaum zurück, was andeutet, dass der Krieger durch seine Kapazität, Leben zu rauben, in der Lage ist, die eigene Gemeinschaft zu stärken und dieses Leben im Rahmen der "rites de passage" seiner Gemeinschaft zuzuführen. Diese Umwidmung von Leben folgt symbolisch dem 3-Ebenen-Modell (Unter-, Mittel-, Oberwelt), die durch den Weltenbaum verbunden sind. Wenn der Unterwelt Leben zugeführt wird (durch rituelle Kriegsführung oder Opfer), dann dient dies der FRuchtbarkeit der Lebenden. Nias ist die größte der zahlreichen Inseln von Nordsumatra im Indischen Ozean. Sie ist bekannt für ihre Monumentalbauten und die Megalithkultur; eine der letzten Regionen weltweit, wo noch vor einigen Jahrzehnten bei wichtigen Anlässen die jahrteusende alte Errichtung von megalithen bei wichtigen Anlässen gepflegt wurde. Hierbei waren hunderte, manchmal bis zu 2000 Personen beteiligt. Die Ahnenfiguren der Nias (stets Männer) werden mit lokalen Schöpfungsmythen in Verbindung gebracht, denen zufolge eine heldenhafte Figur namens Hia aus den himmlischen Regionen an die Ufer des Gomo gekommen sein soll - Gut erhalten