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Los 707

Schwert "duku" (pedang, gayang)

Schätzpreis:

3.000 € - 5.000 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Malaysia, Borneo, Sarawak, Iban-Dayak oder Kadazan, 19. Jh.
L. 93,5 cm
Stahl, Holz, Buntmetall, Vogelfedern. Der duku oder dukn ist ein einschneidiges Schwert mit gekrümmter Rückenklinge meist europäischer oder indischer Herstellung, das als Grund-Typ im indo-malaiischen Archipel weite Verbreitung gefunden hat. In der hier vorliegenden Form und Ausschmückung ist es ein Prestigegegenstand ersten Ranges, der erfolgreichen Kriegern und Kopfjägern vorbehalten war. Die Form geht zurück auf den indo-afghanischen pulwar oder tulwar, eine Schwertform mit sehr alter Geschichte, die sich in Indonesien in einer altertümlichen, vor- oder früh-Mughal-zeitlichen Ausprägung gehalten hat. Der Griff ist zweiteilig aus Bronze gegossen, die hochwertige gekehlte Klinge von professioneller Fertigung, wahrscheinlich aus Brunei. Die mit Silberblech verkleidete Scheide ist flächendeckend mit detaillierter floral-ornamentaler Treibarbeit versehen. Die Scheide ist mit einem Gebinde aus kolonialzeitlichen Münzen und sechs Vogelfedern verziert. Bei dem vorliegenden Los handelt es sich um ein hochrangiges Schwert, ehemals eines erfolgreichen und angesehenen Kriegers.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt
Bei den Iban ist der duku auch als pedang (Schwert) bekannt. Die Waffe ist auch bei den Dusun in Nord-Borneo bekannt (heute: Kadazan) bekannt, wo sie als „Kriegsschwert“ (gayang) bezeichnet und vom mandau unterschieden wird, welches auch alltägliche Funktionen erfüllt. Die Form ist mit dem piso podang bei den Batak in Sumatra zu verwechseln, die mit den Iban gemeinsame ethnische Ursprünge haben. Auch die Iban führen sich auf sumatranische Wurzeln zurück. Unterschiedlich sind die Ausschmückung und die Verzierung in Detail.
Die Iban, früher auch See-Dayak genannt, sind eine indigene Ethnie auf Borneo. Sie werden zur Gruppe der Dayak gezählt. Die Heimatregion der Iban ist der Nordwesten Borneos, insbesondere der malaysische Bundesstaat Sarawak. Dort stellen sie mit etwa 680.000 Angehörigen rund 30 % der Bevölkerung und stellen die größte Volksgruppe dar. Der Begriff „Iban“ (die „Wanderer“) war ursprünglich eine Fremdbezeichnung, die von anderen Volksgruppen für die Iban verwendet und von den europäischen Kolonialmächten übernommen wurde. Im westlichen Sprachgebrauch wurde der Begriff zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom britischen Kolonialbeamten und Forscher Charles Hose etabliert. Erst ab den 1950er-Jahren übernahmen ihn die Iban selbst als Eigenbezeichnung. Die Iban, die in Langhäusern leben und Wanderfeldbau in Subsistenzwirtschaft betreiben, waren früher als Krieger und Kopfjäger sehr gefürchtet. In Gegensatz zu anderen Dayak sind sie im Alltag relativ egalitär organisiert, obgleich es eine hoch angesehene Kriegerelite gibt