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Los 722

Schild ''wandalam ''aus Leder

Schätzpreis:

500 € - 800 €

Ergebnis:

inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Afrika, Kamerun Nord-, Mandara-Gebirge, Kirdi
H. 93 cm
Kampfschild der Kirdi oder Fali aus dem kamerunischen Hochland. Pigmentiertes Leder. Der Schild hat die Form einer Glocke oder eines Spitzbogens mit flacher Basis. Er besteht aus gekochtem Büffelleder und hat in der Rückseite integriert eine doppelte Halteschlaufe. Die gewölbte Vorderseite ist mit geometrischer Rippenzier versehen; der zentrale Bereich („Schildbuckel“) ist flach-konvex. Das Haupt-Ziermuster bildet einen achtstrahligen Stern aus, der aus jeweils drei Stegen in den Strahlen besteht. Die Vertiefungen sind mit hellem Rot (Eisenoxyd) akzentuiert. Der dazwischenliegende Bereich ist aus dunkler gefärbten Stegen gebildet, die konzentrische Bogen bilden, welche der Form folgen und durch die Strahlen des Sterns unterbrochen werden. Die Rückseite zeigt das Stegmuster im Negativ. Die Profilierung ist nicht nur schön, sondern verstärkt den Schild technisch erheblich. Die den Kirdi benachbarten Fali und Mofu benutzen ähnliche Schilde, daher ist eine sichere Zuweisung nicht möglich. Die Schilde sind typologisch uralt, wie Felszeichnungen beweisen. Die älteren Schilde (wie der vorliegende) sind aus dickem, gehärtetem Leder, das sehr gute Schutzeigenschaften aufweist und angeblich sogar Musketenkugeln (aus Vorderladern) aufhalten kann. Schilde aus Eisen sind eine spätere Entwicklung. Die "Glocken-Form" ihrer früheren Leder-Schilde haben die Kirdi, Fali oder Mofu auch in ihren Eisen-Schildern beibehalten. Die Kirdi sind ferner bekannt für ihre ausdrucksstarken Tonplastiken und ihre Rundhütten mit spitzkegeligem Dach aus Schilf, deren Wände mit Lehm beworfen und die in enggedrängten Dörfern gebaut sind. Als Kirdi wird eine Reihe von kleineren tschadisch-sprachigen Ethnien im Norden Kameruns bezeichnet. Dazu gehören die Kirdi, Kapsiki, Tupuri, Fali, Daba, Mofu, Mafa, Mandara, Guiziga, Musgum, Mundang und Massa. Man geht davon aus, dass diese Gruppen sich in das Mandara-Gebirge und in die Toupouri-Sümpfe vor Verfolgung durch die muslimischen Fulbe-Gruppen geflüchtet haben; es gibt aber auch Hinweise, dass sie dieses Gebiet schon länger besiedeln. Im Gegensatz zu den benachbarten muslimischen Gesellschaften sind sie von traditionellen afrikanischen Religionen geprägt. Kirdi ist eine ursprünglich wohl aus dem Fulfulde (Fulbe) stammende Bezeichnung für Ungläubige (Kāfir). Mit mehr als 1,9 Millionen Menschen machen sie etwa elf Prozent der kamerunischen Bevölkerung aus. Die meisten Kirdi sind Viehzüchter oder Ackerbauern.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung, erworben in den 1980er Jahren - Minim. Altersspuren