Los 726
Grabstele ''klirieng'' aus Belian-Hartholz
Schätzpreis:
2.000 € - 3.000 €
Ergebnis:
inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Borneo Nordwest-, Malaysia, Sabah oder Sarawak, Dayak oder Dusun bzw, KadazanH. 188,5 cm (o.S.)
Diese seltene und gut erhaltene Grab-Stele aus schwerem und hartem Eisenholz (belian-Holz, Eusideroxylon zwageri) ist einseitig geschnitzt. Sie besteht aus einem Stück. Als Schnitzarbeit wurden in die zentrale Hauptfläche symmetrisch aufgebaute pflanzliche Motive tief und plastisch in das Holz eingearbeitet. Die Arbeit ist angesichts der enormen Härte des Holzes hervorragend ausgeführt. Die Spitze der Stele ist mit Blattranken versehen; an der Basis finden sich ebenfalls stilisierte ornamentale Pflanzenmotive in symmetrischer Anordnung. Es dürfte sich bei dem Gesamtmotiv sinngemäß um den Baum des Lebens pohon budi handeln. Das Motiv des Lebensbaumes spielt in Borneo eine wichtige Rolle in der Kosmologie, denn der Lebensbaum reicht durch alle drei Weltebenen hindurch und verbindet die Sphäre der Toten, Lebenden und Götter. Die vegetabile Auflösung der Motive hängt mit muslimischen Maßgaben zusammen. Die Stele stammt aus der Malay-Kutai-Region und stammt von einer malaiischen Untergruppe, die im muslimischen Sultanat von Kutai am Mahakam-Fluss auf Borneo lebt. Der Kulturraum wird als Dusun-Gebiet bezeichnet, ist jedoch auch von (nicht-muslimischen) Dayak besiedelt. Dusun ist eine zusammenfassende Bezeichnung für verschiedene indigene Gruppen innerhalb des malaiischen Bundesstaates Sabah auf Borneo. Die Angehörigen dieser Gruppen bezeichnen sich selbst meist nicht als Dusun, was so viel wie „Waldbauern“ bedeutet, sondern bevorzugen die jeweiligen Gruppennamen, wie Kadazan, Rungus, Ranau und Tambunan. Wegen der Gemeinsamkeiten in Kultur und Sprache mit den Kadazan wurde die gemeinsame Ethnizität der Kadazan-Dusun gebildet, die mit ca. 570.000 Angehörigen die größte ethnische Gruppe der Völker Sabahs repräsentiert. Die Stele ist im Vergleich zu anderen Exemplaren sehr groß, was in Verbindung mit der hohen Qualität auf einen hohen Rang des Verstorbenen hindeutet. Diese Stelen wurden jeweils an den Enden des Holzsarges eingesteckt und befestigt, somit war das untere, unverzierte Drittel nicht sichtbar.
Aus einer alten deutschen Privatsammlung seit den 1950er Jahren gesammelt - Partiell Altersspuren und kleine Best.


