Los 2384
Österreichische Schule
Schätzpreis:
3.000 € - 5.000 €
Ergebnis:
3.885 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Um 1800144 x 111 cm o.R.
Großes Küchenstück. Öl/Lwd., doubl.
Privatsammlung, Sachsen. Das sogenannte Küchenstück hat eine lange Tradition in der Geschichte der europäischen Stillebenmalerei. Es entwickelte sich hauptsächlich aus den meist großformatigen Gemälden mit Marktansichten von Malern wie Pieter Aertsen (1509 - 1575 ) oder Joachim Beuckelaer (1530 - 1573). Aber schon bei Beuckelaer bleiben die Figuren oft nur noch Staffage, während Wild, Fleisch, Fisch und Gemüse die Szenerie als „Wimmelbild“ überwuchern. Spätestens mit Frans Snyders und seinem Kreis (1579 - 1657 ) etabliert sich das reine Stilleben. Gemälde mit üppig gefüllten Vorratskammern, Jagdstücke vor Landschaftshintergrund, Küchenstücke mit der Vorbereitung zum großen Gastmahl, bis hin zu den raffiniert komponierten, kleinformatigen Banketjes der holländischen und flämischen Maler des 17. und beginnenden 18.Jh.
Das hier vorzustellende Leinwandgemälde ist eine Mischung aus Vorratskammer - Küchen - und Jagdstück. Ganz augenscheinlich sind frische Markteinkäufe ausgebreitet: Fasan und Rebhühner (hängend), Wildenten, auch Singvögel, die auf dem prall gefüllten Korb obenauf liegen. Links an der Wand ein Hase aufgespannt, darunter auf der steinernen Platte zwei Hummer (einer gekocht, einer roh), daneben, noch im Netz, zwei Fische. In der Wandnische einfache Gebrauchsgefäße, eine Glasflasche, ein zinnernes Vorratsgefäß und ein Becher. Das auffallendste Utensil aber ist eine unter Korb und Federvieh liegende und ockerfarben leuchtende Bastmatte… Eine „Unterlage“, die äußerst selten auf Stilleben auftaucht und möglicherweise in eine Tiroler oder oberösterreichische Landschaft weist.


