Los 6
Monumentale lukanische rotfigurige Oinochoe
Schätzpreis:
10.000 € - 15.000 €
Ergebnis:
10.360 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Umkreis oder Nachfolger des Painter of Naples 1959, ca. 320 v. Chr.H. 50,5 cm
Diese außergewöhnlich großformatige Oinochoe, von imposanter Präsenz und meisterhafter Bemalung, gehört zu den eindrucksvollsten und größten erhaltenen Beispielen lukanischer Vasenmalerei. Der Bauch ist vollständig mit einer dionysischen Prozession geschmückt, die sich in einer felsigen Landschaft entfaltet. Zu sehen sind ein Flötenspieler in langem Gewand, gefolgt von einem Silen, der auf einem Schwein reitet und eine Fackel trägt. Weitere Figuren sind unter anderem ein Silen, der eine Ziege bei den Hörnern hält, ein sitzender junger Satyr, eine Mänade mit Pantherfell und Thyrsos, sowie ein weiterer Silen mit Fackel und Kalathos. Ein junger Dionysos erscheint, auf einem Panther reitend, begleitet von einer Mänade mit Tympanon und Thyrsos. Am Rand sitzen Silene, einer von ihnen spielt die Doppelflöte. Der Schulterbereich ist mit fein ausgearbeiteten Palmetten, Ranken und Punktreihen geschmückt; der Henkel zeigt ein dekoratives Motiv aus Palmetten, Spiralen und Blättern.
Bedeutende Privatsammlung Rheinland, erworben bei Sotheby's London 12.12.1983, Lot 413
Die Vase ist Teil einer seltenen Gruppe monumentaler Oinochoen. Vergleichsstücke finden sich lediglich in Apulien, darunter in Foggia, Berlin, Fiesole und Neapel. A. D. Trendall bezeichnet die Form als „ungewöhnlich für lukianische Werkstätten“ und verweist auf den möglichen Einfluss apulischer Vorbilder. Das Werk wird außerdem in Verbindung gebracht mit dem Acrobat Painter, einem Nachfolger des Painter of Naples 1959. Diese Oinochoe ist besprochen in einem unpublizierten Artikel von Konrad Schauenburg, der dieses Stück mit dem Acrobat Maler, einem Nachfolger des Neapel-Malers vergleicht, eine Kopie dieses Artikels ist erhältlich
Literatur: A. D. Trendall, The Red-figured Vases of Lucania, Campania and Sicily, Supplement III, S. 80, Nr. 877b.


