Los 11
Kopf des jugendlichen Dionysos
Schätzpreis:
6.000 € - 10.000 €
Ergebnis:
19.425 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
Hellenistisch bis frühkaiserlich 3.-2.Jh. v.Chr. bis 1.Jh. n. Chr.H. 14 cm (o.S.)
Der kleine Marmorkopf ist intakt. Er ist bis zum unteren Teil des Hals erhalten und dürfte für das Einsetzten, z. B. in eine Gewandfigur gemacht sein. Die Marmoreinschlüsse verleihen dem Kopf einen warmen, leicht fleckigen Goldschimmer. Der stark unterlebensgrosse Kopf ist frontal ausgerichtet. Es ist das Gesicht eines jugendlichen Mannes, der mit seinen fülligen Backen fast feminine Züge zeigt. Nur das energische Kinn weist ihn als Mann aus. Die Augen sind ohne Angabe von Iris, die Augenränder sind deutlich abgesetzt. Sparsame Bohrungen wurden an den Augenwinkeln, an den Ohren, in den Mundwinkeln und Nasenlöcher eingesetzt. Ebenso an einigen Stellen des Haarkranzes. Der üppige Mund ist geschlossen. Das volle Haar ist in der Mitte gescheitelt und seitwärts nach hinten gekämmt und zu einem Knoten zusammengefasst. Hinter den Ohren und am Nacken laufen lockige Strähnen auf die Schulter he-rab. Über der Stirn trägt er einen Reif, der beidseitig im Haar verschwindet. Darüber ist zusätzlich ein weiteres gedrehtes Band gelegt, an welchem rechts und links der Efeublätter- und Früchtekranz anschließt, welcher bis hinunter zum Knoten reicht. Dargestellt ist der jugendlicher Dionysos. Der Gott ist eindeutig charakterisiert durch die Efeublätter- und Früchtekranz im Haar, sowie die schmale Stirnbinde und die Haarlocken auf den Schultern.
Ehemals aus der Sammlung von Prof. Dr. med. Dieter Klaus (1927-2025), der diesen Kopf am 1. Dezember 1992 bei Galerie Arete erworben hat (Expertise und Rechnung vorhanden)
Er ähnelt dem Woburn Abbey Typ, dessen Wangenpartien ebenso weich und breit sind, allerdings ist der Kopf nach seiner rechten Seite geneigt. (nach Pochmarski, C/1, S. 66). Aus dem 3. Jh. v. Chr. lässt sich der Dionysos von Thasos mit dem obigen Kopf vergleichen, ebenfalls ein jugendlicher Gott, der an den Anfang des 3. Jh. v. Chr. datiert wird. (Vgl. Charbonneaux, S. 244, Nr. 262). Auch er strahlt, wie der oben beschriebene und sorgfältig gearbeitete Dionyos, eine Sanftheit aus, aus der eine fast weibliche Anmut und bewusste Heiterkeit spricht.
Lit.: E. Pochmarkski, Das Bild des Dionysos in der Rundplastik der klassischen Zeit. Diss. Graz 1969 (1974). P. Zanker, Klassizistische Statuen, 1974). J. Charbonneaux, Das Hellenistische Griechenland, 1977 - Etwas best.


