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Los 924

Max, Gabriel von

Schätzpreis:

5.000 € - 7.000 €

Ergebnis:

33.670 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer

Beschreibung:

Prag 1840 - München 1915
22 x 28 cm
"Verlobte" Zwei Äffchen in Umarmung betrachten sich in einem Spiegel. Öl/Holz, oben links signiert, unten rechts betitelt.
Stuttgarter Privatsammlung. Die intensive Beschäftigung mit Charles Darwins Lehre vom Ursprung des Menschen führte unter anderem dazu, dass Gabriel von Max 1869 den ersten lebenden Affen erwarb, einen Makako, dem bald weitere Tiere folgten. Schließlich hielt er sich bis zu 14 Affen, die er in einem Gartenhaus in der Schwanthaler Straße beherbergte. Später, da auch trotz sorgfältiger Pflege die Affen das Münchner Klima häufig nicht vertrugen und starben, umgab er sich nur noch mit wenigen Tieren, die er aufmerksam beobachtete, nach ihrem Tode wissenschaftlich untersuchte und photographierte. Die Affen wurden auch als Hausgenossen in das Familienleben integriert, was durch verschiedene Fotografien und auch Skizzen des Künstlers dokumentiert ist (vgl. hierzu die zahlreichen Abbildungen in: Gabriel von Max. Malerstar, Darwinist, Spiritist. Ausst.-Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München Okt. 2010 bis Jan. 2011, München 2010). Das einzige bekannte Selbstporträt zeigt 1910 den Künstler dementsprechend mit einem Affen auf dem Arm (Reiss-Engelhorn-Museum, Mannheim).
Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens standen von Beginn an religiös-mystische Themen, die Psychologisierung der Bildinhalte zeichnet das Schaffen Max lebenslang aus. Seine Gemälde mit Darstellungen von Affen machten den Künstler berühmt. Das erste dokumentierte Affengemälde "Schmerzvergessen" entstand 1871, dem sich zahlreiche andere anschlossen. Die "Affen als Kunstrichter", sein wohl berühmtestes Werk, wurde 1889 für die Münchner Neue Pinakothek erworben. Indem er dem Affen menschliche Eigenschaften unterstellt und ihn damit zum Spiegelbild menschlicher Verhaltensweisen macht, reiht sich Gabriel von Max in eine lange Tradition ein. In vielen seiner Gemälde versetzt er Affen in menschliche Positionen und Handlungen und macht dies durch Titel wie "Entsagung", "Lied ohne Worte", "Schmerzvergessen" oder "Botaniker" deutlich. In diesem Zusammenhang sind auch unsere "Verlobten" in inniger Umarmung zu sehen.