Los 1191
Bambus und Spatzen
Schätzpreis:
3.000 € - 5.000 €
Ergebnis:
11.655 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
China, Qing-Dynastie142 x 50 cm (164,5 x 68 cm R.)
Tusche und leichte Farben auf Seide, montiert und unter Glas gerahmt. Kräftiger, aufrecht wachsender Bambus in Tusche mit Blättern in verschiedenen Graustufen, ausgeführt mit dynamischen Pinselstrichen. Unten rechts stabilisiert ein kunstvoll schattierter Gartenfelsen die Szene. Mehrere Spatzen beleben das Bild: zwei davon befinden sich im dynamischen Flug, während weitere friedlich auf den unteren Bambuszweigen rasten. Signatur: Ku Hui und Shen Dian gemeinsam gemalt in Mo Wei(?)-Halle. Zwei Siegel: Zuo Chen, u.a.
Seit über 100 Jahren in Familienbesitz, von Dr. Adam Breuer ( 1868 - 1944 ) in London, wo er als Augenarzt und Augenchirurg tätig war, für seine Sammlung um 1900 erworben. Zum Dank, das Augenlicht wieder erlangt zu haben, schenkte ihm eine Patientin eine Ming - Vase und so entfachte sich seine Sammelleidenschaft. Anfang des 1. Weltkriegs von London nach Berlin verbracht, getarnt als medizinisches Gerät. 1929 wurde fast die gesamte Sammlung bei Cassirer zur Auktion angeboten, bei der jedoch durch die schlechte wirtschaftliche Lage vieles zurückging. 1945 wurde die Sammlung in Kisten verpackt, im Garten tief vergraben und große Büsche darauf gepflanzt. Als die russischen Soldaten mit langen Eisenstangen den Garten durchforsteten, fanden sie nichts. Nach dem Krieg wurde die Sammlung übergangsweise im Depot des Ostasiatischen Museums in Köln untergebracht. Durch Erbschaft kam die Sammlung an den Sohn Dr. Richard Breuer ( 1912 - 2006 ), der als Jurist und Sinologe im diplomatischen Dienst als Ostasienexperte galt und die Sammlung auf seinen Posten in Tokyo und Hong Kong erweiterte. Dr. Adam Breuer war außerdem der Gründer der Kunstzeitschrift „Die Weltkunst“, die 60 Jahre lang im Besitz der Familie Breuer war und von Carlos A. Breuer geführt wurde.
Publiziert in: Auktionskatalog : Die Sammlung Dr. A. Breuer / Berlin, Ostasiatische Kunst, Einleitung Prof. Dr. Otto Kümmel, Paul Cassirer und Hugo Helbig, 15.5.1929, S. 67, Tafel XXV, Nr. 284 - Shen Bi mit dem Höflichkeitsnamen Zuochen und dem Künstlernamen Xiaoxiu und Wuxiangzi, stammte aus Hangzhou. Er war ein Literat und Maler zur Zeit der Qing-Dynastie. Als Meister sowohl der Schrift als auch der Malerei zeichnete er sich besonders durch seine Bambusdarstellungen in Tuschemalerei aus, bei denen die künstlerische Konzeption den Pinsel führte. Seine Werke - ob sie nun im Wind schwankenden oder unbewegten Bambus zeigten oder unterschiedliche Dichtegrade aufwiesen - wurden stets unter vollkommener Wahrung künstlerischer Prinzipien ausgeführt; auch seine Kompositionen, die bisweilen mit Orchideen und Felsen kombiniert waren, bestachen durch ihre Schönheit - Partiell minim. Alterssch.


