Los 1092
Kaiserlicher Hochzeitszug
Schätzpreis:
2.500 € - 3.500 €
Ergebnis:
3.885 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
China, um 190043 x 204 cm
Unmontierte Querrolle, Tusche und Farben auf Seide. Der letzte große kaiserliche Hochzeitszug der Qing-Dynastie fand 1889 anlässlich der Hochzeit des Guangxu-Kaisers (reg. 1875-1908) statt und die Rolle zeigt wohl einen Ausschnitt aus diesen Feierlichkeiten. Im vorliegenden Abschnitt ist wohl die Überführung der Braut aus ihrer elterlichen Wohnung in den Kaiserpalast dargestellt. Sie dürfte sich in der mit Phönixen geschmückten, geschlossenen Sänfte befinden, die von zweiunddreißig kaiserlichen Dienern getragen wird. Vor ihr reitet der kaiserliche Bote mit em Hochzeitsemblem an einer Stange, flankiert von Hofbeamten. Hinter der Sänfte folgt die keiserliche Leibgarde mit Leopardenschwanz-Standarten sowie Würdenträger des Hofes zu Pferde. Vor der Sänfte schreitet die kaiserliche Musikkapelle und Fahnenträger mit den neun Tieren der militärischen und den neun Vögeln der zivilen Beamtenränge sowie den Fahnen der acht Banner, Ehrenschirmen, weiteren Fahnen und Ehrenfächern. Den Beginn des Zuges markieren acht Pferde mit gelben Stteldecken, die am Zügel geführt werden.
Alte süddeutsche Privatsammlung, seit dem frühen 20. Jh. im Familienbesitz - Minim. fleckig, berieben und besch.
Die vorliegende Rolle ist einer Rolle im Linden Museum in Stuttgart sehr ähnlich, die den gleichen Zug darstellt und die Signatur des Zhou Peichun (tätig 1880-1910) trägt. Dieser war als Maler auf Export- bzw. Souvenirmalerei für den westlichen Markt spezialisiert. Auch eine bei Sotheby's im Mai 2012 (Lot Nr. 160) versteigerte Rolle weist die gleiche Darstellung und Signatur auf. Die vorliegende Rolle ist gegenüber diesen beiden Rollen jedoch zum Teil verändert oder gekürzt. So erscheinen in den beiden anderen Rollen nur sechzehen Träger der Sänfte, dafür aber korrekterweise acht Reiter der Leopardenschwanzgarde. Die Anzahl der zwölf Standartenträger vor den Fahnen ist dagegen bei der vorliegenden Rolle auf sechs gekürzt. Sie scheint daher eine weiter vereinfachte Version, wohl von einem anderen Maler zu sein


