Los 287
Seltener unterglasurblauer Schultertopf aus Porzellan
Schätzpreis:
2.000 € - 3.000 €
Ergebnis:
10.360 € inkl. Aufgeld und Mehrwertsteuer
Beschreibung:
China, 17. Jh.H. 24,2 cm (o.S.)
Das Gefäß ist auf der Außenseite in Kobaltblautönen mit einem Drachenfisch "Feiyu" und einem Drachen, der eine runde Platte hält, dekoriert, alles zwischen einer Lotosblattbordüre am Stand und einem Blütenblattband am Hals. Feiyu haben gewebte Fledermausflügel, Schuppen, Flossen und Fischschwänze. Holzstand.
Sammlung des Tropenmediziners Dr. Ludwig Pfannemüller (1915-2008), laut einer Notiz erworben 1957 in Saigon, verkauft aus seinem Nachlass bei Nagel, 8.5.2009, Los 84
Arten von geflügelten Drachen werden manchmal als Ying Long und manchmal als Feiyu bezeichnet. Der geflügelte Drache gehörte zu einer Gruppe von geflügelten oder flammengetriebenen Tieren, die mit dem Meer assoziiert werden - gemeinhin einfach als Haishou oder Seekreaturen bekannt - und auf Porzellanen der Ming-Dynastie erscheinen. Es wird vermutet, dass dies die maritime Vorherrschaft Chinas in der frühen Ming-Zeit widerspiegelt (siehe L.A. Cort und J. Stuart in Joined Colors: Decoration and Meaning in Chinese Porcelain, Washington, DC, 1993, S. 40). Das mag so sein, aber tatsächlich haben diese Kreaturen einen viel früheren Ursprung im Shanhajing oder "Klassiker der Berge und Meere", einem literarischen Werk, das von Guo Pu in der östlichen Jin-Zeit (317-420 n. Chr.) überarbeitet wurde, aber in der frühen Ming-Dynastie wieder an Popularität gewann. Alle Meerestiere, die auf Ming-Porzellanen zu sehen sind, lassen sich anhand der Beschreibungen im Shanhaijing identifizieren (siehe Chen Ching-kuang, "Sea Creatures on Ming Imperial porcelains", in Rosemary Scott (Hrsg.), The Porcelains of Jingdezhen, London, 1993, S. 101-22). Sie erscheinen als Gruppe auf kaiserlichem Porzellan des 15. Jahrhunderts und auf Porzellan aus der Wanli-Herrschaft. Zwei der Gruppe erscheinen einzeln auf Porzellanen der Jiajing-Herrschaft: das geflügelte Pferd und der geflügelte Drache. Für eine Schale aus der Zhengde-Zeit mit einem Feiyu siehe Jessica Harrison-Hall 'Ming Ceramics in the British Museum', London 2001, Nr. 8:17, S. 201 - Guter Zustand


